Nach knapp sechsmonatiger Prüfung droht der Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International zu scheitern. Während Thyssenkrupp in Duisburg unbeirrt Millionen in die grüne Transformation pumpt, wachsen hinter den Kulissen die Zweifel an einer Einigung. Ein Abbruch der Gespräche würde die ambitionierten Umbaupläne von CEO Miguel Lopez empfindlich stören.
Hauptstreitpunkte in den Verhandlungen sind ungeklärte Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, die schwer auf der Stahlsparte lasten. Hinzu kommen Differenzen über künftige Investitionen sowie die Sorge von Jindal vor den hohen europäischen Energiekosten. Marktbeobachter werten einen formellen Abbruch der Gespräche bereits im kommenden Monat als wahrscheinlich. Die Unsicherheit spiegelte sich unmittelbar im Kurs wider: Nach Bekanntwerden der Probleme rutschte das Papier zeitweise um vier Prozent ab und ging am Donnerstag bei 7,95 Euro aus dem Handel. Auf Monatssicht summiert sich der Verlust damit auf über 26 Prozent.
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Investitionen laufen weiter
Ungeachtet der stockenden Verhandlungen treibt der Konzern den technologischen Umbau vor Ort weiter voran. In Duisburg-Schwelgern entsteht aktuell für 2,4 Millionen Euro ein neues Prüflabor. Die Anlage ist ein notwendiger Baustein für die künftige wasserstoffbasierte Direktreduktionsanlage (DR-Anlage), deren Inbetriebnahme für 2027 angesetzt ist. Hier sollen künftig Einsatzstoffe unter völlig neuen Bedingungen getestet werden, da der Prozess mit wasserstoffreichen Gasen bei rund 1.000 Grad Celsius statt mit CO-reichen Hochofengasen arbeitet.
Alternativen und finanzielle Stützen
Sollte der Jindal-Deal endgültig platzen, muss das Management rasch Alternativen präsentieren, um Kapital für diese grüne Transformation freizusetzen. Neben einem Börsengang oder einer Abspaltung steht auch ein Verkauf an andere Interessenten im Raum – so hatte im März der US-Investmentfonds Flacks Group Interesse angemeldet.
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Einen verlässlichen finanziellen Rückhalt bietet dem Gesamtkonzern derweil die Marinesparte TKMS, die sich zuletzt einen Nachtragsauftrag über 250 Millionen Euro für Fregatten sicherte. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 17 Prozent stabilisiert das Verteidigungsgeschäft die Bilanzen.
Die Konzernführung steht nun unter Zugzwang, Klarheit über die Zukunft der Stahlsparte zu schaffen. Ein wichtiger Fixpunkt für Anleger ist der 12. Mai 2026. An diesem Datum legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor und muss konkrete Antworten liefern, wie die Transformation bei einem Scheitern des Jindal-Deals finanziert werden soll.
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