Der geplante Verkauf der angeschlagenen Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal Steel & Power galt als entscheidender Pfeiler für den Umbau von Thyssenkrupp. Nun mehren sich die Anzeichen, dass dieser zentrale Deal scheitern könnte. Für den ohnehin belasteten Industriekonzern stellt diese Entwicklung die gesamte Restrukturierungsstrategie infrage und entzieht der geplanten Transformation hin zu Zukunftstechnologien die finanzielle Basis.
Die wachsenden Zweifel am Markt spiegeln sich unmissverständlich in der Kursentwicklung wider. Als Reaktion auf die ins Stocken geratenen Verhandlungen rutschte das Papier am Freitag um gut sechs Prozent ab und markierte bei 7,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Ursächlich für die festgefahrene Situation sind Insidern zufolge anhaltend schwache Margen im Stahlsektor, hohe Energiekosten und ein globales Überangebot. Ohne einen erfolgreichen Verkauf fehlen dem Management dringend benötigte Mittel, um andere Unternehmensbereiche wie das Materialgeschäft oder Marine Systems auszubauen.
Hohe Kosten belasten die Bilanz
Wie dringend Thyssenkrupp auf eine Lösung für die Stahlsparte angewiesen ist, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen. Zwar erwirtschaftete der Konzern zuletzt ein bereinigtes operatives Ergebnis von 211 Millionen Euro, doch enorme Restrukturierungskosten drückten das Nettoergebnis mit 334 Millionen Euro tief in die roten Zahlen. Allein für den Bereich Steel Europe fielen Belastungen in Höhe von 401 Millionen Euro an. In der Folge rechnet das Management für das Gesamtjahr mit einem massiven Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro.
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Zeitdruck bei weiteren Konzernteilen
Neben der Stahl-Problematik muss der Konzern zeitgleich weitere Baustellen abarbeiten. Bei der Sparte Materials Services läuft Ende März eine wichtige Frist ab: Bis dahin muss der Bereich operative Verbesserungen vorweisen, bevor über eine Abspaltung, einen Verkauf oder einen Börsengang im Herbst entschieden wird. Auch bei der Beschaffung von grünem Wasserstoff für das Duisburger Werk musste Thyssenkrupp jüngst ein Ausschreibungsverfahren aufgrund zu hoher Preisangebote pausieren.
Ein relativer Stabilitätsanker in dieser Umbruchphase bleibt das Marinesystemsgeschäft (TKMS). Die seit vergangenem Oktober eigenständig im MDAX notierte Einheit, an der Thyssenkrupp noch 51 Prozent hält, verfügt über einen robusten Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und bewirbt sich aktuell um milliardenschwere Großaufträge in Kanada und Deutschland.
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Für die weitere operative Entwicklung rücken nun konkrete Stichtage in den Fokus:
– Ende März 2026: Frist für operative Verbesserungen bei Materials Services
– 12. Mai 2026: Veröffentlichung des Halbjahresberichts
– 1. Juni 2026: Geplante Übertragung der HKM-Anteile an die Salzgitter AG
Spätestens mit der Vorlage der Halbjahreszahlen Mitte Mai muss das Management Klarheit über den Stand der Jindal-Verhandlungen schaffen. Sollte der Verkauf der Stahlsparte endgültig platzen, wird Thyssenkrupp gezwungen sein, alternative Finanzierungswege für seine Transformation zu präsentieren, um einen weiteren Vertrauensverlust am Kapitalmarkt abzuwenden.
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