Thyssenkrupp Aktie: Nächster Börsengang?

Thyssenkrupp prüft Abspaltung oder Börsengang der milliardenschweren Handelssparte Materials Services. Die Pläne hängen von einer operativen Verbesserung bis Ende März ab.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Prüfung von Verkauf, Spin-off oder Börsengang für Materials Services
  • Stahlverhandlungen mit Jindal und Salzgitter laufen weiter
  • TKMS Marinesparte ist seit 2025 erfolgreich börsennotiert
  • Konzernumbau führt zu hohen Verlusten im ersten Quartal

Der Essener Industriekonzern drückt bei seiner Transformation zur Finanzholding aufs Tempo. Während die Verhandlungen über die Stahlsparte laufen, rückt nun der milliardenschwere Werkstoffhandel Materials Services in den Fokus einer möglichen Abspaltung. Doch für diesen nächsten großen Schritt stellt das Management eine harte operative Bedingung, die bis Ende März erfüllt sein muss.

Materials Services auf dem Prüfstand

Die größte strategische Weichenstellung der kommenden Wochen betrifft die Handelssparte Materials Services, die zuletzt einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro erzielte. Insider berichten, dass Thyssenkrupp derzeit alle Optionen prüft: Einen Verkauf, eine Abspaltung (Spin-off) oder einen eigenen Börsengang. Letzterer könnte bereits im Herbst 2026 erfolgen.

Im Raum steht dabei auch eine Überführung der Sparte in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Dieses Modell würde es dem Mutterkonzern ermöglichen, die Kontrolle zu behalten, selbst wenn die finanzielle Mehrheit abgegeben wird.

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Allerdings knüpft der Vorstand diese Pläne an eine klare Vorgabe: Die Sparte muss im laufenden zweiten Geschäftsquartal, das Ende März endet, eine spürbar bessere Performance abliefern. Finanzchef Axel Hamann setzt zur Effizienzsteigerung verstärkt auf Künstliche Intelligenz in der Lieferkette.

Fortschritte bei Stahl und Marine

Parallel zur Neuordnung des Handelsgeschäfts laufen die Verhandlungen über das Sorgenkind Stahl auf Hochtouren. Thyssenkrupp führt vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International, wobei derzeit eine umfassende Prüfung der Bücher (Due Diligence) stattfindet. Zudem wurde eine Einigung mit der Salzgitter AG erzielt: Die Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) sollen zum 1. Juni 2026 den Besitzer wechseln. Dass die Stahlsparte operativ noch Werte schafft, zeigt ein neuer Liefervertrag mit BMW für den iX3 ab 2026.

Die Marinesparte TKMS hingegen ist den Schritt in die Eigenständigkeit bereits gegangen. Seit Oktober 2025 ist das Unternehmen börsennotiert und im MDAX gelistet, wobei Thyssenkrupp weiterhin 51 Prozent der Anteile hält. Mit einem Rekordauftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro – inklusive eines Großauftrags für die Deutsche Marine – gilt dieser Teil der Transformation als vorerst erfolgreich abgeschlossen.

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Rote Zahlen durch Umbaukosten

Der radikale Konzernumbau hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 verbuchte Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Hauptursache waren Restrukturierungskosten in Höhe von 401 Millionen Euro bei der Stahltochter Steel Europe.

Operativ zeigt der Trend jedoch leicht nach oben: Das bereinigte EBIT kletterte auf 211 Millionen Euro. Diese gemischte Gemengelage spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Während das Papier auf Sicht von 12 Monaten ein Plus von 19,30 Prozent verzeichnet, gab der Kurs in den letzten 30 Tagen um 7,55 Prozent nach und schloss am Freitag bei 10,47 Euro.

Ausblick auf den Mai

Die kommenden Wochen bis zur Vorlage des Halbjahresberichts am 12. Mai 2026 sind entscheidend für den weiteren Zeitplan. Investoren werden vor allem darauf achten, ob Materials Services die geforderte operative Wende bis Ende März schafft und ob die Gespräche mit Jindal in ein verbindliches Angebot münden. Gelingt dies, rückt das Zielbild einer reinen Finanzholding, die diverse Mehrheitsbeteiligungen verwaltet, in greifbare Nähe.

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