Thyssenkrupp setzt seinen Aufwärtstrend fort. Die Aktie notiert am Mittwoch bei 11,79 Euro, ein Plus von 0,38 Prozent zum Vortag. Zwei Nachrichten treiben die Stimmung: eine positivere Analystensicht und ein Personalcoup in der Wasserstoffsparte.

JPMorgan sieht mehr Potenzial

JPMorgan hat das Kursziel für Thyssenkrupp auf 12,80 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt bei „Neutral“. Damit trauen die Analysten der Aktie noch rund 8,5 Prozent Luft nach oben zu.

Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 21,85 Prozent zugelegt. Marktbeobachter führen die optimistischere Einschätzung auf Fortschritte bei der Umwandlung des Konzerns in eine Finanzholding zurück. Der Kurs hat die 50-Tage-Linie bei 11,07 Euro erreicht und liegt inzwischen 18,51 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,94 Euro. Das unterstreicht die technische Stabilisierung.

Nucera-Chef berät die Bundesregierung

Parallel zur Kursziel-Anhebung gibt es strategische Bewegung. Werner Ponikwar, Chef der Wasserstoff-Tochter Thyssenkrupp Nucera, zieht in den reformierten Nationalen Wasserstoffrat ein. Das Gremium berät die Bundesregierung bei der Umsetzung der nationalen Wasserstoffstrategie.

Für Thyssenkrupp zahlt die Personalie direkt auf die Konzernstrategie ein. Im Programm „ACES 2030″ spielt der Ausbau der Elektrolyse-Kapazitäten eine zentrale Rolle. Der Markt wertet die Berufung als Signal: Thyssenkrupp will die wirtschaftliche Absicherung großer Wasserstoffprojekte aktiv mitgestalten und so Investitionssicherheit für die kommenden Jahre schaffen.

Termine bis zur Hauptversammlung

Anleger blicken nun auf den 7. August 2026. An diesem Tag hält Thyssenkrupp eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Der Vorstand soll dort Details zur geplanten Verselbstständigung der Stahlsparte sowie zur künftigen Struktur der bereits separat gelisteten Marinesparte TKMS vorlegen.

Zwei weitere Termine stehen bereits fest:

  • 16. Juli 2026: Nachweisstichtag für die Teilnahme an der außerordentlichen Hauptversammlung
  • 13. August 2026: Veröffentlichung des Neun-Monats-Berichts für das Geschäftsjahr 2025/2026

Operativ gibt es kurzfristigen Gegenwind. Niedrigwasser auf dem Rhein erschwert aktuell die Rohstoffversorgung, Thyssenkrupp drosselt deshalb die Hochofenproduktion. Das Marktsentiment bleibt davon bislang unberührt.

Der RSI von 57,9 zeigt einen gesunden Aufwärtstrend ohne Überhitzung. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen der Aktie noch rund 11 Prozent. Bis zur Hauptversammlung am 7. August dürfte sich zeigen, wie konkret der Vorstand die Aufspaltungspläne ausgestaltet.