Ein Konzern, der seine Jahresprognose anhebt und trotzdem die Erwartungen verfehlt – genau das lieferte Thyssenkrupp am Donnerstag ab. Der Umsatz übertraf die Analystenschätzungen deutlich, beim operativen Gewinn reichte es dagegen nicht. Die Aktie reagierte zunächst mit leichten Verlusten, bevor sich der Kurs stabilisierte.
Umsatz stark, Marge schwach
Im dritten Quartal kletterte der Umsatz um acht Prozent auf knapp 8,8 Milliarden Euro – getrieben vom Materialhandel, der von steigenden Mengen und Preisen profitierte. Der Analystenkonsens hatte hier mit 8,5 Milliarden Euro deutlich niedriger gelegen. Beim bereinigten operativen Gewinn wuchs Thyssenkrupp zwar um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro, verfehlte damit aber die Markterwartung von 207 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich nur leicht auf 2,1 Prozent, während Analysten mit 2,4 Prozent gerechnet hatten.
Unter dem Strich stand nach Anteilen Dritter eine schwarze Null, nach einem Verlust von 278 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Sprung ins Plus verdankt sich allerdings vor allem einem Einmaleffekt aus dem Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter. Ohne diesen Sondereffekt wäre auch das Nettoergebnis deutlich schwächer ausgefallen. Auf Segmentebene lieferte die Marinesparte TKMS einen soliden Beitrag, während das Automotive-Geschäft schwach blieb – zu konkreten Gegenmaßnahmen äußerte sich das Management erneut nur allgemein.
Prognose nach oben korrigiert
Der Vorstand hob die Untergrenze der Jahresprognose an: Beim bereinigten operativen Gewinn rechnet Thyssenkrupp nun mit 600 bis 900 Millionen Euro, nach zuvor 500 bis 900 Millionen Euro. Der erwartete Nettoverlust soll sich auf maximal 700 Millionen Euro begrenzen, statt bislang 800 Millionen Euro. Beim Umsatz geht der Konzern im schlechtesten Fall nur noch von einem Rückgang um ein bis drei Prozent aus – bisher war auch Stagnation ein mögliches Szenario.
Vorstandschef Miguel López sprach von kontinuierlich steigender Leistungsfähigkeit. Das lässt sich an Umsatz und operativem Gewinn durchaus ablesen, auch wenn Letzterer hinter dem Konsens zurückblieb. Der Auftragseingang fiel derweil um ein Viertel auf 7,7 Milliarden Euro – im Vorjahr hatten zwei Großaufträge bei TKMS das Neugeschäft nach oben getrieben, ein Vergleichswert, der diesmal fehlte.
Der Konzernumbau bleibt der eigentliche Treiber der Story. Für Ende Oktober ist die eigenständige Notierung von TK Accelis geplant, im Herbst soll zudem der Materialhandel abgespalten werden. Im September steht für die Stahlsparte ein Kapitalmarkttag an – dort dürfte sich zeigen, wie belastbar die angehobene Prognose tatsächlich ist.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

