Thyssenkrupp Aktie: Straße voller Schlaglöcher?

Thyssenkrupp kämpft mit Stahlimporten und niedrigem Kurs, während Milliarden-Börsengang, EU-Zölle und Marine-Aufträge für Bewegung sorgen. Der Halbjahresbericht im Mai wird aufschlussreich sein.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Stahlsparte leidet unter hohen Importen und Werksstilllegungen
  • Börsengang von TK Elevator könnte Milliarden einbringen
  • Marine-Tochter TKMS mit stabilen Aufträgen und Margen
  • EU-Schutzzölle könnten ab Juli Entlastung bringen

Stahlimporte drücken die Margen, ein Milliarden-Börsengang schwebt in der Luft, U-Boot-Aufträge stützen die Kasse — und in Duisburg wächst derweil eine der größten Industrieanlagen Europas in den Himmel. Thyssenkrupp steckt mitten in einer Transformation, die auf dem Papier überzeugend klingt, an der Börse aber noch nicht ankommt. Mit 8,86 Euro notiert die Aktie rund 33 Prozent unter ihrem Jahreshoch vom Oktober.

Der Turm in Duisburg

Im Februar 2026 startete Anlagenbauer SMS den Aufbau des Direktreduktions-Turms am Südhafen zwischen Alt-Walsum und Fahrn. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Die Anlage soll 2,5 Millionen Tonnen direkt reduzierten Eisens pro Jahr produzieren und bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Zunächst läuft sie mit Erdgas — das senkt den CO₂-Ausstoß gegenüber Hochofentechnologie bereits um rund 50 Prozent. Für Wasserstoff ist die Anlage ausgelegt. Bund und NRW haben substanzielle Fördergelder zugesagt.

Das Projekt steht im krassen Gegensatz zur aktuellen Lage der Stahlsparte. Der europäische Markt verzeichnete 2025 einen Importanstieg von 50 Prozent. Thyssenkrupp musste Werke in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues vorübergehend stilllegen. Rund 1.200 Beschäftigte sind betroffen. Das Werk in Isbergues soll von Juni bis September komplett ruhen.

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EU-Zölle und der TK-Elevator-Joker

Entlastung könnte ab Juli kommen. Die EU plant, die zollfreien Stahl-Importquoten um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich zu senken. Importe darüber hinaus sollen mit 50 Prozent Schutzzoll belegt werden. Bei einer Kapazitätsauslastung von zuletzt rund 67 Prozent im europäischen Stahlsektor wäre das eine spürbare Stütze.

Parallel prüfen die Haupteigentümer von TK Elevator einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2026. Goldman Sachs und Deutsche Bank koordinieren. Die anvisierte Bewertung: bis zu 25 Milliarden Euro. Thyssenkrupps Anteil von 16,2 Prozent wäre dann rund 4,05 Milliarden Euro wert. Alternativ steht ein Direktverkauf im Raum — Kone soll einen Bar-und-Aktien-Deal prüfen, müsste dabei aber erhebliche Kartellhürden nehmen. Ende März betonte TK Elevator, eine Entscheidung stehe noch aus.

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Marine als stabiler Pfeiler

Währenddessen liefert die Marine-Tochter TKMS verlässliche Zahlen. Der Auftragsbestand übersteigt 20 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2025/26 erzielte die Division 545 Millionen Euro Umsatz bei einer Bruttomarge von 17 Prozent. Ein norwegischer Folgeauftrag stützte den Bestand zuletzt. Im Rennen um zwölf kanadische U-Boote — Auftragswert bis zu 37 Milliarden Euro — reichte TKMS bis zum 29. April ein überarbeitetes Angebot ein. Die Vergabeentscheidung fällt zwischen Mai und Juni.

Drei Termine dürften den Kurs in den nächsten Wochen bewegen: der Halbjahresbericht am 12. Mai, die finale EU-Entscheidung zu den Importzöllen sowie eine mögliche Ankündigung rund um TK Elevator. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 10,90 Euro — Jefferies traut der Aktie mit einem Ziel von 13 Euro am meisten zu.

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