Barclays senkt das Kursziel, der Kurs springt trotzdem um 6,5 Prozent — das sagt einiges über die Stimmung rund um Thyssenkrupp. Hinter der Rally steckt mehr als kurzfristiger Optimismus.
Dreifacher Rückenwind
Die Wochengewinne von über acht Prozent kamen nicht aus dem Nichts. Handelspolitische Entspannung, ein Grünstahl-Auftrag aus Angola und neue Wasserstoffstähle auf der Fachmesse Tube 2026 in Düsseldorf lieferten gleich mehrere positive Impulse auf einmal.
Der Angola-Auftrag ist konkret: Thyssenkrupp Steel liefert rund 1.000 Tonnen CO₂-reduzierten bluemint® Steel für ein 105 Kilometer langes Pipelineprojekt. Das Material wird mit erhöhtem Schrotteinsatz im Hochofenprozess produziert — mechanisch vollwertig, aber mit reduziertem CO₂-Fußabdruck. Parallel dazu präsentierte das Unternehmen auf der Tube 2026 wasserstoffoptimierte Stähle, die Versprödung widerstehen und hohe Ermüdungsfestigkeit bieten.
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Technisch brach die Aktie am 17. April die 200-Tage-Linie nach oben — ein Signal, das charttechnisch orientierte Investoren registriert haben dürften. Seit dem März-Tief bei 7,15 Euro hat der Kurs rund 30 Prozent zugelegt und schloss zuletzt bei 9,26 Euro.
Barclays bleibt skeptisch
Analyst Tom Zhang von Barclays sieht das anders. Er senkte das Kursziel auf 9,00 Euro und behielt das „Underweight“-Rating bei. Europäische Stahlproduzenten dürften im ersten Quartal zwar etwas besser abgeschnitten haben als im Vorquartal — aber nur leicht. Geopolitische Risiken aus dem Nahen Osten belasteten die Nachfrageseite, die Gewinnprognosen für das laufende und kommende Geschäftsjahr schraubte Zhang nach unten.
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Der Markt ignorierte das am Freitag demonstrativ. Das aktuelle Kursniveau liegt bereits über dem neuen Barclays-Ziel — eine ungewöhnliche Konstellation.
Der eigentliche Katalysator
Das langfristig interessanteste Element kommt aus einer anderen Ecke. Im zweiten Halbjahr könnte ein Börsengang von TK Elevator für Bewegung sorgen. Die Haupteigentümer sollen eine Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro in Betracht ziehen — ein potenzieller Milliarden-Erlös für den Konzern, der dringend Kapital für seine Restrukturierung braucht.
Bis dahin steht am 12. Mai der Zwischenbericht für das zweite Quartal an. Die Q1-Zahlen hatten anhaltenden Druck im Stahlsegment offenbart. Der Analystenkonsens erwartet für das Gesamtjahr einen Verlust je Aktie von rund 0,72 Euro. Wie weit die laufende Erholung trägt, entscheidet sich also schon in drei Wochen.
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