Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt die weitreichendste strukturelle Neuausrichtung seiner Geschichte voran, doch die Kosten dafür schnellen in die Höhe. Während das Management parallel den Verkauf der Stahlsparte und die Abspaltung des Materialhandels vorantreibt, wächst die Skepsis am Markt. Gelingt es den Essenern, den ambitionierten Zeitplan bis zum Frühjahr einzuhalten?
Die finanzielle Belastung dieser Transformation wird in den aktuellen Bilanzen deutlich sichtbar. Zwar erwirtschaftete Thyssenkrupp im ersten Geschäftsquartal ein operatives Ergebnis (EBIT) von 211 Millionen Euro, doch hohe Restrukturierungskosten bei Steel Europe drückten das Resultat unterm Strich auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management sogar mit einem Fehlbetrag von bis zu 800 Millionen Euro. Diese Aussichten spiegeln sich im jüngsten Kursverlauf wider: Die Aktie gab in den vergangenen 30 Tagen um über 21 Prozent nach und beendete die Handelswoche bei 9,23 Euro. Damit notiert das Papier nun auch signifikant unter der 50-Tage-Linie von 10,71 Euro.
Zukunft der Kernsparten entscheidet sich
Um die Konzernstruktur zu vereinfachen, hat die Führungsebene klare Fristen gesetzt. Für die Handelssparte Materials Services fordert das Management bis Ende dieses Monats spürbare operative Verbesserungen. Werden diese verfehlt, forciert Thyssenkrupp strategische Alternativen, die von einem Direktverkauf bis hin zu einem Börsengang im Herbst reichen.
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Parallel laufen die Verhandlungen über den Verkauf der traditionsreichen Stahlsparte an den indischen Konkurrenten Jindal Steel. Eine detaillierte Buchprüfung (Due Diligence) ist hier bereits im Gange. Ein erster Teilschritt der Entflechtung ist derweil fixiert: Am 1. Juni 2026 gehen die Thyssenkrupp-Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) vertragsgemäß an Salzgitter über.
Licht und Schatten im Portfolio
Während die Verkaufsgespräche anhalten, stößt die ökologische Transformation der Stahlproduktion auf praktische Hürden. Thyssenkrupp stoppte zuletzt eine Ausschreibung für grünen Wasserstoff in Duisburg, da die Preisvorstellungen der Anbieter das Budget deutlich überstiegen. Der Bau der dazugehörigen Direktreduktionsanlage wird dennoch planmäßig fortgesetzt.
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Finanzielle Stabilität im Portfolio liefert hingegen die Marinesparte TKMS. Das Tochterunternehmen, an dem Thyssenkrupp nach dem Teil-Börsengang im vergangenen Jahr weiterhin 51 Prozent hält, weist einen soliden Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro auf und stützt die Konzernbilanz ab.
Ob Thyssenkrupp sein hohes Transformationstempo aufrechterhalten kann, wird sich am 12. Mai zeigen. Mit der Vorlage des Halbjahresberichts muss das Management zwingend greifbare Resultate aus den Verhandlungen mit Jindal Steel sowie die geforderten operativen Fortschritte bei Materials Services präsentieren. Enttäuschen diese Zwischenergebnisse, wird der fundamentale Druck auf die Aktie weiter zunehmen.
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