Der geplante Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel & Power galt als zentrales Element der Thyssenkrupp-Transformation. Nun mehren sich Berichte, dass die seit sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu scheitern drohen — und die Aktie reagierte zuletzt mit einem Absturz auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Wenn der Eckpfeiler bricht
Insidern zufolge schwindet innerhalb der Thyssenkrupp-Führung das Vertrauen in einen erfolgreichen Abschluss mit dem indischen Stahlkonzern. Der Druck dahinter ist struktureller Natur: schwache Margen im globalen Stahlsektor, hohe Energiekosten und ein anhaltender Angebotsüberhang machen die Sparte zu einem schwer verkäuflichen Paket.
Ohne den Deal fehlen dem Konzern frische Mittel für den geplanten Umbau hin zu Bereichen wie Materialien und Marine Systems. Das spiegelt sich in den Zahlen wider: Im jüngsten Quartal wies Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro aus, allein 401 Millionen Euro an Restrukturierungskosten entfielen auf Steel Europe. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Management einen Nettoverlust zwischen 400 Millionen und 800 Millionen Euro.
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Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 37 Prozent an Wert verloren — ein deutliches Zeichen, wie eng der Kurs am Schicksal des Stahl-Deals hängt.
Weitere Weichenstellungen unter Zeitdruck
Parallel läuft eine zweite wichtige Uhr. Die Handelssparte Materials Services — mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 15.000 Mitarbeitern ein gewichtiges Segment — muss bis Ende März operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Thyssenkrupp prüft mehrere Wege:
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- Börsennotierung im Herbst 2026
- Abspaltung an die Aktionäre
- Vollständiger Verkauf
- Umwandlung in eine KGaA
Einen relativen Ruhepol bietet Thyssenkrupp Marine Systems. Die seit Oktober 2025 eigenständig börsennotierte Rüstungseinheit, an der Thyssenkrupp noch 51 Prozent hält, verfügt über einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. TKMS bewirbt sich als Alleinbieter für das F127-Fregatten-Programm der Bundeswehr und konkurriert um einen Auftrag über bis zu zwölf U-Boote in Kanada.
Halbjahresbericht als nächster Prüfstein
Am 12. Mai legt Thyssenkrupp seinen Halbjahresbericht vor. Marktbeobachter erwarten dann konkrete Antworten zum Verhandlungsstand mit Jindal, zum Ergebnis der strategischen Überprüfung für Materials Services und zu den Fortschritten beim HKM-Anteilsübergang. Bis dahin dürfte die Aktie — aktuell rund 23 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — unter erheblichem Erklärungsdruck stehen.
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