Thyssenkrupp Aktie: Upgrade mit Vorbehalt

Die Investmentbank stuft die Aktie nach starkem Kursverfall auf 'Equal Weight' hoch, sieht jedoch weiterhin erhebliche Unsicherheiten durch offene strategische Entscheidungen.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Rating-Erhöhung nach massivem Kursrückgang
  • Kursziel auf 8,30 Euro gesenkt
  • Strategische Weichenstellungen bei Stahl und Handel
  • Halbjahresbericht im Mai als nächster Prüfstein

Morgan Stanley hat seine Einschätzung zur Thyssenkrupp-Aktie von „Underweight“ auf „Equal Weight“ angehoben — allerdings begleitet von einer Kurszielabsenkung auf 8,30 Euro. Der Grund für den Stimmungswechsel ist weniger Zuversicht als vielmehr Arithmetik: Nach einem Kursrückgang von mehr als 26 Prozent allein in den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie laut Morgan Stanley die frühere Bewertungsprämie gegenüber dem eigenen Sum-of-the-Parts-Modell vollständig abgebaut.

Bewertungskorrektur als Auslöser

Der Rücksetzer auf ein 52-Wochen-Tief bei 7,72 Euro Mitte März hatte die Aktie auf ein Niveau gedrückt, das die Bank nun als „ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis“ beschreibt — mit einem moderaten Abschlag von acht Prozent gegenüber dem aktualisierten Basisszenario. Im Vergleich mit Stahlwettbewerbern wie ArcelorMittal, voestalpine und Salzgitter hat Thyssenkrupp seit Jahresbeginn auf EV/EBITDA-Basis rund 30 Prozent schlechter abgeschnitten — der stärkste Rückgang in der Gruppe.

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Das Bullen-Szenario der Bank sieht bei einem Superzyklus in der Stahlsparte und einem möglichen Exit einen Kurs von 16,10 Euro. Im Bären-Szenario — verdoppelte Restrukturierungskosten, kein Ergebnisaufschwung bis 2028 — werden 4,80 Euro veranschlagt. Die Spanne illustriert, wie viel von der weiteren Entwicklung der Stahlsparte Steel Europe abhängt, die allein rund 27 Prozent des Konzernwerts ausmacht.

Offene Baustellen belasten die Perspektive

Das operative Umfeld bleibt angespannt. Die Gespräche mit Jindal Steel über einen möglichen Joint Venture oder Teilverkauf der Stahlsparte kommen nicht recht voran: Fragen zur Investitionssicherheit und der Widerstand der Arbeitnehmervertreter bremsen den Prozess. Das Management soll intern bereits an einem Alternativplan arbeiten.

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Parallel steht bis Ende März eine strategische Entscheidung zur Handelstochter Materials Services an — Direktverkauf, Abspaltung oder Börsengang. Auch die Wasserstofftochter Nucera liefert ein gemischtes Bild: Teure Nachbesserungen an ausgelieferten Modulen und ein gestopptes US-Projekt stehen einem Großauftrag aus Spanien gegenüber, wo Nucera Elektrolyseure mit 300 Megawatt Kapazität für eine Anlage in Andalusien liefern soll.

Halbjahresbericht im Mai als nächster Prüfstein

Morgan Stanley erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2026 ein bereinigtes EPS von 0,34 Euro und einen negativen Free Cashflow von rund 648 Millionen Euro. Erst 2027 soll sich das Ergebnis je Aktie auf 1,02 Euro erholen. Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 — dann wird sich zeigen, ob Materials Services die operativen Ziele erreicht hat und ob die Due Diligence mit Jindal zu einem verbindlichen Angebot geführt hat.

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