Der geplante Teilverkauf der Stahlsparte an Jindal Steel gerät massiv ins Stocken. Während die Arbeitnehmervertreter Alarm schlagen, türmen sich ungelöste Milliardenlasten auf dem Verhandlungstisch. Für den ohnehin krisengeplagten Industriekonzern rückt eine schnelle Lösung in weite Ferne.
Hauptstreitpunkt der festgefahrenen Gespräche sind die gewaltigen Pensionsverpflichtungen von rund 2,4 Milliarden Euro bei Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE). Hinzu kommen immense Kosten für die grüne Transformation und die hohen Energiepreise in Europa. Anleger reagieren auf diese Unsicherheit zunehmend nervös. Am Donnerstag gab der Kurs um 3,50 Prozent auf 7,95 Euro nach. Damit notiert das Papier nur noch knapp drei Prozent über seinem erst wenige Tage zuvor markierten 52-Wochen-Tief.
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Importflut erzwingt Drosselung
Abseits der Verhandlungen kämpft der Konzern mit einer Schwemme asiatischer Billigimporte beim kornorientierten Elektroband. Die Importmengen haben sich seit 2022 verdreifacht. Die Folgen sind drastisch: In Gelsenkirchen und im französischen Isbergues stehen rund 1.200 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Produktion läuft am französischen Standort seit Januar für mindestens vier Monate nur auf halber Kraft, nachdem sie Ende 2025 komplett ruhte.
Diese operativen Bremsspuren spiegeln sich tief in der Bilanz wider. Im ersten Geschäftsquartal verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Dieser Fehlbetrag wurde maßgeblich durch Restrukturierungskosten in Höhe von 401 Millionen Euro für den Umbau der Stahlsparte verursacht. Als einziger Stabilitätsanker erweist sich derzeit die Marinesparte, die mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro eine solide Basis liefert.
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Morgan Stanley ändert Kurs
Die Investmentbank Morgan Stanley reagiert auf den bisherigen Jahresverlust der Aktie von knapp 18 Prozent mit einer neuen Einschätzung. Die Analysten stuften das Papier von „Underweight“ auf „Equal Weight“ hoch, senkten allerdings gleichzeitig das Kursziel leicht auf 8,30 Euro. Das Risiko-Rendite-Profil sei nach der jüngsten Kurskorrektur nun ausgewogener.
Im April fällt voraussichtlich die finale Richtungsentscheidung für die Stahlsparte. Ein Abbruch der Gespräche mit Jindal Steel würde den Konzern zwingen, die Transformation der europäischen Werke samt der milliardenschweren Pensionslasten komplett aus eigener Kraft zu stemmen.
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