Thyssenkrupp Aktie: Verluste steigen

Der Industriekonzern meldet einen stark gestiegenen Nettoverlust, während die Verhandlungen über den Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel sich weiter hinziehen.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettoverlust vervielfacht sich auf 353 Millionen Euro
  • Verhandlungen mit Jindal Steel sind intensiv aber langwierig
  • Konzern rechnet für 2026 mit weiterem Jahresfehlbetrag
  • Operatives Ergebnis vor Sondereffekten verbessert sich leicht

Der Essener Industriekonzern hat heute seine Zahlen für das erste Geschäftsquartal vorgelegt – und die zeigen ein gemischtes Bild. Unter dem Strich weitete sich der Verlust deutlich aus, während das operative Geschäft leichte Fortschritte macht. Doch im Mittelpunkt steht eine andere Frage: Wie geht es weiter mit dem Verkauf der Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal Steel?

Restrukturierung kostet Milliarden

In den drei Monaten bis Ende Dezember 2025 verzeichnete Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro – fast siebenmal mehr als die 51 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Hauptverantwortlich dafür sind hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft sowie Abschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von Teilen der Automatisierungssparte.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich hingegen um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Konzernchef Miguel López wertet dies als Zeichen für Fortschritte bei Effizienz und Kostenstruktur. Die Umsätze sanken allerdings um acht Prozent auf knapp 7,2 Milliarden Euro – schwächer als von Analysten erwartet. Der Auftragseingang brach sogar um 38 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro ein, was allerdings auch an Großaufträgen des Marineschiffbauers TKMS aus dem Vorjahr liegt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

An der Börse reagierten Anleger verhalten: Die Aktie gab am Mittag gut zwei Prozent nach. Damit zollte der Titel seiner starken Entwicklung der vergangenen Monate Tribut – seit Jahresbeginn hatte er rund 34 Prozent zugelegt.

Jindal-Verhandlungen ziehen sich hin

Spannender als die Quartalszahlen ist für viele Investoren die Frage nach dem Stahlgeschäft. Seit Mitte September 2025 verhandelt Thyssenkrupp mit Jindal Steel über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Stahlsparte. Doch die Gespräche ziehen sich. Finanzvorstand Axel Hamann machte heute deutlich: „Es gibt noch eine Menge zu besprechen und zu verhandeln.“

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Dabei spielen die von der EU angekündigten Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie eine wichtige Rolle. López betonte, dass sich das Sentiment für Stahlaktien in den vergangenen vier Monaten durch strengere Importquoten und Zölle spürbar verbessert habe. Dies fließe in die Verhandlungen mit Jindal ein: „Es gibt hier eine klar positive Stimmung.“

Hamann wollte sich nicht festlegen, wie die Erfolgsaussichten stehen. Die von López im November genannte 50-Prozent-Chance wiederholte er nicht – ein solches „Prozentschild“ sei „sehr schwierig“ zu vergeben. Klar ist: Die Gespräche sind „intensiv“ und „konstruktiv“, aber ein schneller Abschluss ist nicht in Sicht.

Gleichzeitig laufen die Sanierungsmaßnahmen im Stahlgeschäft weiter. Die Pensionsverpflichtungen, die mit dem Stahlbereich verbunden sind, belaufen sich auf rund 2,4 Milliarden Euro. Sollten die Verhandlungen mit Jindal scheitern, werde die Restrukturierung „mit oder ohne Jindal“ fortgesetzt, so Hamann. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Thyssenkrupp mit einem Konzernverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 12. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Thyssenkrupp

Über Dieter Jaworski 1469 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
  • Substanz: Investitionen nur auf Basis solider Kennzahlen (Umsatz, Gewinn, Cashflow etc.).
  • Disziplin: Regelbasiertes Handeln zur Vermeidung emotionaler Fehlentscheidungen.
  • Nachhaltigkeit: Langfristige Strategien statt kurzfristiger Spekulation.
  • Unabhängigkeit: Keine Interessenkonflikte, nur Ihre finanziellen Ziele im Fokus.

Mein Ziel: Ihr Partner für systematischen Vermögensaufbau

Ich möchte Menschen helfen, ihre Finanzen selbstbewusst und mit einem klaren Plan zu steuern. Mit System, Substanz und meiner jahrzehntelangen Erfahrung unterstütze ich Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Vermögensaufbau.