Der Essener Industriekonzern hat heute seine Zahlen für das erste Geschäftsquartal vorgelegt – und die zeigen ein gemischtes Bild. Unter dem Strich weitete sich der Verlust deutlich aus, während das operative Geschäft leichte Fortschritte macht. Doch im Mittelpunkt steht eine andere Frage: Wie geht es weiter mit dem Verkauf der Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal Steel?
Restrukturierung kostet Milliarden
In den drei Monaten bis Ende Dezember 2025 verzeichnete Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro – fast siebenmal mehr als die 51 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Hauptverantwortlich dafür sind hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft sowie Abschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von Teilen der Automatisierungssparte.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich hingegen um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro. Konzernchef Miguel López wertet dies als Zeichen für Fortschritte bei Effizienz und Kostenstruktur. Die Umsätze sanken allerdings um acht Prozent auf knapp 7,2 Milliarden Euro – schwächer als von Analysten erwartet. Der Auftragseingang brach sogar um 38 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro ein, was allerdings auch an Großaufträgen des Marineschiffbauers TKMS aus dem Vorjahr liegt.
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An der Börse reagierten Anleger verhalten: Die Aktie gab am Mittag gut zwei Prozent nach. Damit zollte der Titel seiner starken Entwicklung der vergangenen Monate Tribut – seit Jahresbeginn hatte er rund 34 Prozent zugelegt.
Jindal-Verhandlungen ziehen sich hin
Spannender als die Quartalszahlen ist für viele Investoren die Frage nach dem Stahlgeschäft. Seit Mitte September 2025 verhandelt Thyssenkrupp mit Jindal Steel über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Stahlsparte. Doch die Gespräche ziehen sich. Finanzvorstand Axel Hamann machte heute deutlich: „Es gibt noch eine Menge zu besprechen und zu verhandeln.“
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Dabei spielen die von der EU angekündigten Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie eine wichtige Rolle. López betonte, dass sich das Sentiment für Stahlaktien in den vergangenen vier Monaten durch strengere Importquoten und Zölle spürbar verbessert habe. Dies fließe in die Verhandlungen mit Jindal ein: „Es gibt hier eine klar positive Stimmung.“
Hamann wollte sich nicht festlegen, wie die Erfolgsaussichten stehen. Die von López im November genannte 50-Prozent-Chance wiederholte er nicht – ein solches „Prozentschild“ sei „sehr schwierig“ zu vergeben. Klar ist: Die Gespräche sind „intensiv“ und „konstruktiv“, aber ein schneller Abschluss ist nicht in Sicht.
Gleichzeitig laufen die Sanierungsmaßnahmen im Stahlgeschäft weiter. Die Pensionsverpflichtungen, die mit dem Stahlbereich verbunden sind, belaufen sich auf rund 2,4 Milliarden Euro. Sollten die Verhandlungen mit Jindal scheitern, werde die Restrukturierung „mit oder ohne Jindal“ fortgesetzt, so Hamann. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Thyssenkrupp mit einem Konzernverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
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