Bei Thyssenkrupp herrscht derzeit offizielles Schweigen. Das Management befindet sich vor den Halbjahreszahlen am 12. Mai in der sogenannten Quiet Period. Hinter den Kulissen stauen sich allerdings gewaltige strategische Baustellen. Der Druck auf den Essener Industriekonzern wächst spürbar.
Die Börse reagiert nervös auf die aktuelle Ungewissheit. Am Dienstag gibt die Aktie auf 8,80 Euro nach. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund neun Prozent auf der Kurstafel. Für das laufende Geschäftsjahr stellte der Vorstand bereits einen hohen dreistelligen Millionenverlust in Aussicht.
Zeitdruck bei der Marinesparte
Besonders akut ist die Lage bei der Marinetochter TKMS. Bis zum 29. April muss das Unternehmen in Kanada verbindliche Industriepartnerschaften nachweisen. Es geht um ein neues U-Boot-Programm der Regierung mit einem Volumen von rund 37 Milliarden Euro. Um den Auftrag nicht an südkoreanische Konkurrenten zu verlieren, hat TKMS eilig nachgebessert.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Die Tochtergesellschaft schmiedete hastig Kooperationen mit lokalen Rüstungsfirmen wie CAE und Magellan Aerospace. Für die U-Boot-Batterien sichert ein Vertrag mit dem Rohstoffförderer E3 Lithium den lokalen Zugriff. An TKMS hält Thyssenkrupp eine strategische Mehrheit von 51 Prozent.
Milliardenhebel Aufzugsgeschäft
Parallel dazu rückt ein massiver finanzieller Hebel in den Fokus. An TK Elevator hält Thyssenkrupp noch 16,2 Prozent. Die Haupteigentümer prüfen einen Börsengang oder Direktverkauf in der zweiten Jahreshälfte. Die anvisierte Bewertung liegt bei bis zu 25 Milliarden Euro.
Bei dieser Summe wäre der Anteil der Essener rund vier Milliarden Euro wert. Dieses Kapital benötigt der Konzern dringend für den Schuldenabbau und Investitionen in das Stahlgeschäft. Eine Übernahme durch Konkurrenten wie Kone birgt allerdings hohe kartellrechtliche Risiken.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Hängepartie beim Stahl
Im Kerngeschäft Stahl bleibt die Lage angespannt. Der geplante Verkauf der Sparte an Jindal Steel International stockt massiv. Beide Seiten streiten über Investitionen, Energiekosten und hohe Pensionsverpflichtungen. Nach sechs Monaten Prüfung halten Insider einen Deal inzwischen für unwahrscheinlich. Die Folge: eine gefährliche Hängepartie.
Entlastung könnte stattdessen aus Brüssel kommen. EU-Mitgliedstaaten und Europaparlament einigten sich im April auf schärfere Stahl-Importbeschränkungen. Die zollfreie Einfuhrmenge sinkt deutlich. Wer mehr liefert, zahlt künftig 50 statt 25 Prozent Zoll.
Am 12. Mai muss das Management die Karten auf den Tisch legen. Der anstehende Halbjahresbericht wird den tatsächlichen Stand der Jindal-Verhandlungen zeigen. Wenig später stimmt das EU-Parlament bis Ende Juni über eine Verdopplung der bestehenden Stahlzölle ab. Diese Termine definieren den fundamentalen Rahmen für den Konzern im Sommer.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 28. April liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


