ThyssenKrupp Nucera findet an der Börse keinen Boden. Obwohl das Unternehmen volle Auftragsbücher meldet, markierte die Aktie am Freitag ein neues Rekordtief bei 7,18 Euro. Die Diskrepanz zwischen operativer Hoffnung und Marktwert spitzt sich zu.

Rekordtief im Abwärtstrend

Im Wochentakt verliert der Titel an Wert. Am Freitag rutschte der Kurs zeitweise sogar auf 7,07 Euro ab. Damit notiert das Papier fast 40 Prozent unter seinem Vorjahreshoch.

Der langfristige Abwärtstrend hält bereits seit Februar an. Anleger trennen sich trotz positiver Branchennews konsequent von ihren Anteilen. Parallel dazu stieg die Volatilität zuletzt deutlich an.

Volle Bücher, leere Kassen

Dabei liefert das operative Geschäft durchaus Lichtblicke. Im Mai meldete der Konzern eine Vervierfachung des Auftragseingangs auf 316 Millionen Euro. Der gesamte Auftragsbestand kletterte damit auf 732 Millionen Euro.

Besonders ein 300-Megawatt-Projekt in Südeuropa sticht heraus. Diese Erfolge im Bereich grüner Wasserstoff kommen am Markt bisher nicht an. Ein Grund dafür sind die Sondereffekte, die das Ergebnis im zweiten Quartal belasteten.

Die Prognose steht

Für das Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet der Vorstand mit einem EBIT zwischen minus 80 und minus 30 Millionen Euro. Das Management hält an diesen Zielen fest.

Der Umsatz soll derweil bis zu 550 Millionen Euro erreichen. Technisch wirkt die Aktie extrem überverkauft. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei 27,7 Punkten. Ein Wert unter 30 gilt unter Analysten oft als Indikator für eine kurzfristige Gegenbewegung.

Die fundamentale Bestätigung der Jahresziele im Mai brachte bisher keine Trendwende. Anleger blicken nun auf die operativen Fortschritte bei den Großprojekten. Ob die psychologisch wichtige Marke von sieben Euro hält, entscheidet über den weiteren Kursverlauf im Sommer.