ThyssenKrupp Nucera Aktie: Einbruch im Q1

Der Elektrolyse-Spezialist verzeichnete einen Umsatzrückgang von 44 Prozent und ein negatives operatives Ergebnis. Das Management hält trotz der schwachen Zahlen an der Jahresprognose fest.

ThyssenKrupp Nucera Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz halbiert sich im Wasserstoffgeschäft
  • Größter Chlor-Alkali-Auftrag der Firmengeschichte
  • Management bestätigt Jahresprognose
  • Komfortable Finanzposition trotz Rückschlags

ThyssenKrupp Nucera ist mit einem herben Dämpfer ins neue Geschäftsjahr 2025/26 gestartet. Der Elektrolyse-Spezialist verzeichnete im ersten Quartal (per Ende Dezember 2025) einen massiven Umsatzrückgang von 44 Prozent auf 147 Millionen Euro – deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Besonders bitter: Das operative Ergebnis rutschte von plus 8 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 4 Millionen Euro. Trotz dieser schwachen Zahlen hält das Management an der Jahresprognose fest. Doch wie glaubwürdig ist das?

Grüner Wasserstoff unter Druck

Der Auftragseingang brach um 21 Prozent auf nur noch 75 Millionen Euro ein. Hauptverantwortlich war das schwächelnde Geschäft mit grünem Wasserstoff, wo projektbedingte Verschiebungen die Entwicklung bremsten. Das Segment erzielte gerade einmal 5 Millionen Euro Auftragseingang – Stillstand auf niedrigem Niveau. Der Umsatz halbierte sich von 154 Millionen auf 77 Millionen Euro, während das EBIT auf minus 12 Millionen Euro absackte.

CEO Werner Ponikwar betonte zwar die „disziplinierte Projektabwicklung“ bei den Großprojekten NEOM in Saudi-Arabien und Stegra in Schweden. Das NEOM-Projekt ist zu 90 Prozent fertiggestellt, bei Stegra wurden die Elektrolyseur-Module bereits übergeben. Doch neue Aufträge bleiben Mangelware. In der Pipeline befinden sich zwar Engineering-Verträge für 1,7 Gigawatt Elektrolyseur-Kapazität in Europa – doch die Umwandlung in feste Bestellungen mit einem Volumen von rund 1 Milliarde Euro liegt in weiter Ferne.

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Chlor-Alkali als Hoffnungsträger

Einen Lichtblick bietet das Chlor-Alkali-Geschäft. Im Dezember 2025 sicherte sich das Unternehmen den größten Chlor-Alkali-Auftrag seiner Geschichte – ein Großprojekt im Nahen Osten im hohen zweistelligen Millionenbereich. Dieser Auftrag wird erst im zweiten Quartal in den Büchern erscheinen und dürfte den Auftragseingang deutlich nach oben treiben. Das Segment erzielte im ersten Quartal 70 Millionen Euro Umsatz (minus 35 Prozent) und ein EBIT von 8 Millionen Euro.

CFO Stefan Hahn verwies auf verbesserte Bruttomargen und konsequentes Kostenmanagement. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben wurden um 31 Prozent auf 9 Millionen Euro erhöht – Investitionen in Hochtemperaturelektrolyse und neue Elektrolyseur-Generationen sollen die technologische Führungsposition sichern. Die SG&A-Kosten wurden gegenüber dem Vorquartal um 4 Millionen Euro gesenkt, mit weiteren Einsparungen in der zweiten Jahreshälfte.

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Prognose bleibt – vorerst

Für das Gesamtjahr 2025/26 bestätigte der Vorstand die Prognose: Auftragseingang zwischen 350 und 900 Millionen Euro, Umsatz zwischen 500 und 600 Millionen Euro, EBIT zwischen minus 30 und 0 Millionen Euro. Die große Spannweite beim Auftragseingang zeigt jedoch die Unsicherheit. Während die untere Grenze nur Chlor-Alkali-Service-Aufträge berücksichtigt, wäre die obere nur mit größeren Wasserstoff-Projekten erreichbar.

Die Netto-Finanzposition bleibt mit 648 Millionen Euro komfortabel. Doch die Abhängigkeit von wenigen Großprojekten und die schleppende Marktentwicklung bei grünem Wasserstoff bleiben kritische Faktoren. In den USA ist das Zeitfenster für geförderte Projekte im Januar 2028 geschlossen, in Europa verzögern sich Genehmigungen. Die Hoffnung ruht auf der Umsetzung der RED-III-Richtlinie, die mittelfristig einen zweistelligen Gigawatt-Bedarf an Elektrolyseur-Kapazität schaffen könnte.

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