Thyssenkrupp: Nucera senkt EBIT-Prognose um 45 Millionen

Thyssenkrupp steht vor schwierigen Quartalszahlen am 12. Mai. Analysten erwarten sinkende Umsätze und einen deutlichen Gewinneinbruch, belastet durch die Nucera-Gewinnwarnung.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Quartalszahlen am 12. Mai erwartet
  • Analysten prognostizieren Umsatz- und Gewinnrückgang
  • Nucera senkt EBIT-Prognose deutlich
  • Prüfung von Verkauf oder Börsengang der Handelssparte

Der 12. Mai rückt näher — und mit ihm der Moment, in dem Thyssenkrupp zeigen muss, ob der Konzernumbau wirklich Fahrt aufnimmt. Seit dem 22. April gilt die Quiet Period, das Management schweigt. Das Timing ist heikel.

Zahlen unter Druck

Die Analystenerwartungen für das zweite Quartal sind alles andere als aufmunternd. Der Konsens sieht den Umsatz bei rund 8,1 Milliarden Euro — gut fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Noch deutlicher fällt der Gewinnrückgang aus: Ein Analyst rechnet mit einem Ergebnis je Aktie von 0,04 Euro, nach 0,25 Euro im Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr erwartet der Analystenkonsens erstmals einen Verlust je Aktie. Das Bild hat sich gegenüber dem Vorjahresgewinn von 0,75 Euro je Aktie grundlegend gedreht.

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Nucera verschärft den Druck

Belastend kommt die Gewinnwarnung der Wasserstofftochter Nucera hinzu. Das erwartete EBIT im Green-Hydrogen-Segment rutschte tiefer in den negativen Bereich — von zuvor –80 bis –55 Millionen Euro auf nun –125 bis –90 Millionen Euro. Ursache: höhere Kosten für Optimierungsmaßnahmen an bereits ausgelieferten Modulen sowie eine Vertragskündigung. Auf Konzernebene verschlechterte sich die EBIT-Prognose von –30 bis 0 Millionen Euro auf –80 bis –30 Millionen Euro.

Die Stimmung rund um die Muttergesellschaft leidet entsprechend. Der Kurs liegt mit rund 8,94 Euro knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt, hat aber seit seinem Märztief von 7,15 Euro rund 25 Prozent zugelegt.

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Stahl, HKM und Materials Services

Das Stahlgeschäft bleibt strukturell belastet. Branchenexperten kalkulieren für dieses Jahr mit Sonderlasten von rund 800 Millionen Euro. Der Ausstieg aus dem Hüttenwerk Krupp-Mannesmann soll bis Juni 2026 vollzogen sein.

Parallel prüft Thyssenkrupp laut Reuters-Insidern eine Neuaufstellung der Handelssparte Materials Services — denkbar sind Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Geprüft wird auch eine Umwandlung in eine KGaA, um bei einem Teilverkauf die Kontrolle zu behalten. Die Sparte erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 15.000 Mitarbeitende.

Offen bleibt, wie weit die Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal über einen Einstieg in die Stahlsparte gediehen sind. Beim Halbjahresbericht am 12. Mai wird das Management auch hier konkrete Signale liefern müssen.

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