Thyssenkrupp: TK Elevator mit 25 Milliarden bewertet

Thyssenkrupp befindet sich in einer Quiet Period vor dem Halbjahresbericht. Dieser wird Klarheit zu Verhandlungen mit Jindal Steel und der Zukunft der Stahlsparte bringen.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • Halbjahresbericht am 12. Mai als zentraler Prüfstein
  • Verhandlungen mit Jindal Steel über Stahlsparte laufen
  • Börsengang von TK Elevator in zweiter Jahreshälfte 2026 geplant
  • Analysten bewerten Aktie gespalten zwischen Underweight und Kauf

Ab heute kommuniziert Thyssenkrupp nicht mehr öffentlich zu Finanzdaten. Die Quiet Period läuft — und hinter ihr stauen sich gleich mehrere Entscheidungen, die den Konzern grundlegend verändern könnten.

Halbjahresbericht als erster Prüfstein

Bis zum 12. Mai bleiben operative Aussagen aus dem Konzern aus. Der dann folgende Halbjahresbericht wird mehr sein als eine Zahlensammlung: Er soll auch den Stand der Verhandlungen mit dem indischen Stahlhersteller Jindal Steel klären. Ein endgültiges Scheitern dieses Deals würde die Zukunft der gesamten Stahlsparte neu zur Debatte stellen — eines Bereichs, der ohnehin unter Druck steht. Seit 2022 haben sich die Stahlimporte in die EU verdreifacht, billiger asiatischer Stahl drückt die Margen.

Entlastung könnte ab dem Sommer kommen. Die zollfreie Einfuhrmenge soll auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich sinken — rund 47 Prozent weniger als bisher. Wer darüber hinaus liefern will, zahlt künftig 50 statt 25 Prozent Zoll.

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TK Elevator: Milliardenpotenzial wartet

Parallel dazu rückt ein strategischer Werthebel in den Vordergrund. An TK Elevator hält Thyssenkrupp noch 16,2 Prozent. Die Haupteigentümer prüfen einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2026 — Goldman Sachs, Deutsche Bank, Morgan Stanley, Barclays und UBS sind als koordinierende Banken mandatiert. Die anvisierte Bewertung: bis zu 25 Milliarden Euro.

Die operative Basis stützt diese Ambitionen. TK Elevator erzielte zuletzt 9,2 Milliarden Euro Umsatz bei einer bereinigten EBIT-Marge von 14,8 Prozent. Bei einer Bewertung von 25 Milliarden Euro wäre Thyssenkrupps Anteil rund 4 Milliarden Euro wert — Kapital, das für Schuldenabbau und Investitionen in Steel Europe genutzt werden könnte. Als Alternative zum Börsengang steht laut Medienberichten auch der finnische Aufzugshersteller Kone als potenzieller Direktkäufer im Raum.

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Analysten sehen den Konzern unterschiedlich

Das Meinungsbild unter Analysten ist gespalten. Barclays senkte das Kursziel auf 9,00 Euro und behielt das „Underweight“-Rating, mit Verweis auf schwache Stahlnachfrage und geopolitische Risiken. Jefferies hingegen hält eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 13,00 Euro und verweist auf die laufenden Restrukturierungsbemühungen.

Die Aktie notiert aktuell bei 8,93 Euro — knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,25 Euro und rund 33 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 30,8 signalisiert eine überverkaufte technische Lage, während die annualisierte Volatilität von über 62 Prozent zeigt, wie nervös der Markt den Konzern bewertet.

Am 12. Mai endet die Stille. Der Halbjahresbericht, eine mögliche Ankündigung rund um TK Elevator und die finale EU-Entscheidung zu den Importzöllen dürften dann in rascher Folge Klarheit bringen — oder neue Fragen aufwerfen.

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