Tilray steht vor richtungsweisenden Wochen. In Washington verhandelt die US-Drogenbehörde DEA über die Neueinstufung von Cannabis. Für den Konzern geht es dabei um weit mehr als nur regulatorische Anerkennung.
Seit dem 29. Juni läuft das Verfahren zur Umstufung von Marihuana in die Kategorie III. Die Anhörungen sollen bis zum 15. Juli abgeschlossen sein. Das Ziel ist eine massive steuerliche Entlastung für die gesamte Branche.
Bisher blockiert die US-Steuerregel 280E den Abzug gewöhnlicher Betriebsausgaben. Fällt Cannabis in die Kategorie III, sinkt die Steuerlast für Unternehmen drastisch. Tilray könnte damit den direkten Einstieg in den US-Markt für THC-Produkte wagen.
Expansion ins Biergeschäft
Das Unternehmen baut parallel dazu sein Portfolio abseits der Hanfpflanze aus. Ab Januar 2027 übernimmt Tilray das Brauen und den Vertrieb bekannter Marken der Carlsberg-Gruppe in den USA. Das Abkommen umfasst Namen wie Carlsberg, Carlsberg Elephant und Kronenbourg 1664 Blanc.
Der Konzern nutzt dafür seine bestehende Infrastruktur für Craft-Biere. Diese Kooperation soll das Segment für alkoholische Getränke nachhaltig stärken. Tilray wandelt sich so konsequent zum breiter aufgestellten Konsumgüterhersteller.
Charttechnik und Ausblick
Ende Juli legt der Vorstand die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Analysten erwarten die Zahlen für den 27. Juli. Zuletzt lieferte das internationale Cannabis-Geschäft starke Impulse und verzeichnete einen Umsatzsprung von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der Gesamtumsatz kletterte in diesem Zeitraum organisch um elf Prozent auf 206,7 Millionen Dollar. Innerhalb eines Monats verlor das Papier jedoch deutlich zweistellig an Wert. Die annualisierte Volatilität von über 35 Prozent spiegelt die aktuelle Dynamik der Branche wider.
Mit einem aktuellen Kurs von 6,13 CAD nähert sich die Aktie nach einem heutigen Minus von rund 1,6 Prozent einem technisch interessanten Bereich. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 30,7 Punkten. Dies deutet auf einen überverkauften Zustand hin. Die finale Entscheidung der DEA Mitte Juli bleibt der nächste große Impulsgeber.
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