Die TKMS-Aktie legt am heutigen Montag kräftig zu und nähert sich damit einer viel beachteten charttechnischen Marke. Nach dem Schlusskurs von 82,00 Euro am Freitag steigt das Papier um 4,02 Prozent auf 85,30 Euro. Damit überwindet der Rüstungskonzern seinen 50-Tage-Durchschnitt von 79,67 Euro deutlich und liegt gut 7 Prozent darüber. Hintergrund der volatilen Kursbewegung sind auch die Kosten, die im Zuge der operativen Verselbstständigung des Unternehmens anfallen – ein Thema, das den Titel zuletzt charttechnisch in Atem hielt. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Plus von 28,85 Prozent.
Neue Kooperation im Kanada-Programm
Erst am Donnerstag vergangener Woche meldete TKMS eine Vereinbarung mit GH Power. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam Kooperationen im Bereich sauberer Energielösungen erforschen, die das künftige kanadische U-Boot-Programm unterstützen sollen. Die Vereinbarung reiht sich ein in eine Serie von Fortschritten im nordamerikanischen Geschäft, nachdem Kanada TKMS bereits Anfang Juli offiziell als bevorzugten Lieferanten für das Canadian Patrol Submarine Project ausgewählt hatte – ein Vorhaben, das bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD umfassen kann.
Auch auf europäischer Ebene tut sich etwas: Ende Juli besiegelten TKMS und Navantia einen strategischen Kooperationsrahmen im U-Boot-Segment mit dem erklärten Ziel, die Partnerschaft bis zum Jahresende weiter zu vertiefen. Zusätzlich billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags Anfang Juli die Beschaffung von vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU für die Deutsche Marine samt einer Option auf weitere Einheiten – ein Auftrag, der direkt bei TKMS landet. Untermauert wird die Auftragsdynamik von den Halbjahreszahlen aus dem Frühjahr: Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 meldete das Unternehmen einen Rekord-Auftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro.
Analysten mit unterschiedlicher Kurszielspanne
Die Einschätzungen der Analysten fallen derzeit weit auseinander. Die Deutsche Bank bestätigte am 24. Juli ihre Kaufempfehlung für die TKMS-Aktie und nannte ein Kursziel von 110,00 Euro – deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Zwei Tage zuvor hatte Bernstein Research die Aktie mit einem Kursziel von lediglich 76,00 Euro bewertet, spürbar unter dem heutigen Kurs von 85,30 Euro. Die Spannbreite zwischen den beiden Häusern verdeutlicht, wie unterschiedlich die weitere Entwicklung der Bewertung nach dem starken Kurslauf des laufenden Jahres eingeschätzt wird.
Blick auf die kommenden Wochen
Anleger richten den Blick nun auf den 12. August: An diesem Tag will TKMS seine Quartalsmitteilung zum dritten Quartal veröffentlichen, wie das Unternehmen bereits vorab angekündigt hat. Die Zahlen dürften zeigen, wie sich der milliardenschwere Auftragsbestand operativ niederschlägt und welche Belastungen die laufende Verselbstständigung mit sich bringt. Im Anschluss stehen für das Unternehmen weitere Investorentermine an: Am 19. August ist TKMS bei einer Roadshow in London vertreten, am 27. August präsentiert sich der Konzern auf den Hamburger Investorentagen. Beide Termine dürften genutzt werden, um institutionellen Investoren die Fortschritte im internationalen Geschäft – von Kanada über Navantia bis zur nationalen Marine-Beschaffung – im Detail zu erläutern.
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