Analysten trauen dem Marineschiffsbauer TKMS weiteres Aufwärtspotenzial zu. Am 18. September startete das Analysehaus Stifel die Beobachtung der Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 105 Euro. Am Donnerstag ging das Papier bei 85,20 Euro aus dem Handel.

Zusätzlichen Optimismus signalisierte am Montag Bernstein Research. Analyst Adrien Rabier bekräftigte sein Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 125 Euro. Rabier erwartet bis 2026 steigende europäische Verteidigungsausgaben sowie bis 2035 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von vier Prozent.

Die Einschätzungen spiegeln den veränderten sicherheitspolitischen Rahmen in Europa wider. Zahlreiche Staaten modernisieren ihre Seestreitkräfte und vergeben langfristige Entwicklungsverträge. Für TKMS eröffnen sich dadurch erhebliche Chancen bei künftigen Über- und Unterwasserprojekten.

Rekordauftragsbestand stärkt die Ertragslage

Das operative Fundament lieferten die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26. In dieser Periode stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 1.890 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs derweil auf den Rekordwert von 20,1 Milliarden Euro an.

Das bereinigte operative Ergebnis legte zeitgleich um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro zu. Für das gesamte Geschäftsjahr hob der Vorstand die Zielmarken an. Wie das Handelsblatt berichtete, peilt das Management eine bereinigte operative Marge von bis zu 6,5 Prozent an.

Neben dem laufenden Auftragsbestand setzt das Unternehmen auf grenzüberschreitende Partnerschaften zur Festigung seiner Marktposition. Vor gut drei Wochen trieb TKMS Verhandlungen über eine Kooperation im Unterwasserbereich mit Fincantieri voran. Zudem wurde vor rund zwei Wochen der Entwurf für das deutsche Fregattenprojekt F127 mit Partnern weiterentwickelt.

Anleger honorieren die Geschäftsentwicklung

An der Börse zeigt sich der maritime Rüstungstrend in einem soliden Kursverlauf. Seit Jahresanfang steht bei dem Titel ein Kursplus von 29 Prozent zu Buche. Gleichzeitig notiert die Aktie aktuell 22 Prozent unter ihrem bisherigen 52-Wochen-Hoch.

Mit den jüngsten Kaufempfehlungen im Rücken blicken Marktteilnehmer nun auf die anstehenden Meilensteine bei den Neubauprogrammen. Die hohe Werftauslastung bildet dafür ein stabiles Polster, verlangt aber gleichzeitig eine verlässliche Umsetzung bei Budgets und Bauzeiten.