Die Deutsche Bank hat am Freitag ihre Einstufung für die Aktie von TKMS bestätigt. Analyst Sriram Krishnan vergibt weiterhin die Empfehlung „Buy“ und sieht das Kursziel bei 110,00 Euro. Zur Begründung verweist die Studie auf eine kontinuierliche Projektabwicklung in allen Geschäftsbereichen des Marinesystem-Herstellers, trotz der für den Schiffbau typischen quartalsweisen Schwankungen bei der Umsatzrealisierung.

Am Aktienmarkt reagierten Anleger verhalten: Das Papier schloss am Freitag bei 81,00 Euro, ein Plus von 0,37 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 10,05 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 106,58 Euro, erreicht Mitte Oktober vergangenen Jahres, fehlen dennoch 24,00 Prozent – die Aktie hat sich seit dem Spin-off zwar erholt, bewegt sich aber weiterhin deutlich unter ihrem bisherigen Höchststand.

Rekordauftragsbestand und zweistelliges Wachstum

Fundament für den optimistischen Analystenblick liefern die Geschäftszahlen, die TKMS Mitte Mai für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 vorgelegt hat. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 20,6 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 10 Prozent auf 1,168 Milliarden Euro, während das bereinigte EBIT um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro zulegte. Damit wächst die Ertragsseite schneller als der Umsatz – ein Signal für steigende operative Effizienz im laufenden Umbau des Unternehmens.

Parallel zu den Halbjahreszahlen bestätigte TKMS einen Festauftrag aus Norwegen über zwei zusätzliche U-Boote der Klasse 212CD. Hinzu kommt nach eigenen Angaben der bislang größte Torpedo-Einzelauftrag in der Konzerngeschichte. Beide Aufträge untermauern die Auftragsbücher, die schon vor der Norwegen-Order als außergewöhnlich prall galten.

Vom ThyssenKrupp-Spin-off zum eigenständigen Rüstungskonzern

Die heutige Aufstellung von TKMS ist erst seit Kurzem eigenständig. Erst Ende Oktober 2025 vollzog die ThyssenKrupp AG die rechtliche und operative Abspaltung ihrer Marinesparte durch einen Börsengang; seither notiert die Aktie unter der ISIN DE000TKMS001 in Frankfurt. Vorausgegangen war der offizielle Rückzug des US-Finanzinvestors Carlyle aus dem Bieterprozess um eine Mehrheitsbeteiligung im Oktober 2024, woraufhin sich ThyssenKrupp für die eigenständige Kapitalmarktlösung entschied. Bereits im Frühjahr 2024 hatte die staatliche Förderbank KfW laut Medienberichten die Vorprüfung für einen möglichen Einstieg des Bundes mit einer Sperrminorität von 25 Prozent abgeschlossen.

In der ersten Berichterstattung nach dem Spin-off, veröffentlicht im Dezember, wies TKMS für das Geschäftsjahr 2024/2025 einen Nettogewinn von 108 Millionen Euro aus, nach 88 Millionen Euro im Vorjahr. Noch deutlicher fiel der Sprung beim Auftragseingang aus: Dieser versechsfachte sich auf 8,8 Milliarden Euro.

Blick nach vorn

Der RSI von 50,4 signalisiert derzeit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 80,30 Prozent auf weiterhin lebhafte Kursausschläge hindeutet. Anleger richten den Blick nun auf den 13. August, wenn TKMS den Zwischenbericht zum dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorlegen soll. Angesichts der bestätigten Großaufträge aus Norwegen und der Rekordauftragsbücher dürfte die Wachstumsdynamik der Halbjahreszahlen dabei im Zentrum des Anlegerinteresses stehen.