TKMS hat ein wichtiges Kapitel seiner U-Boot-Sparte abgeschlossen: Die INS Drakon, das letzte Boot der Dolphin-II-Klasse, verließ Kiel in Richtung Israel und wurde an die israelische Marine übergeben. Damit endet das Dolphin-AIP-Programm, das über Jahre eines der prägenden Exportgeschäfte des Kieler Werftkonzerns war.

Parallel zur Auslieferung meldete TKMS für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 gestiegenen Umsatz und ein verbessertes bereinigtes EBIT. Das Unternehmen verwies zudem auf einen neuen Rekord-Auftragsbestand – ein Beleg dafür, dass die operative Entwicklung trotz der jüngsten Kursschwäche intakt bleibt.

Auftragsbestand wächst auf über 25 Milliarden Euro

Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres bezifferte sich der Auftragsbestand von TKMS Medienberichten zufolge auf 20,1 Milliarden Euro. Werden die vier MEKO A-200-DEU-Fregatten im Volumen von 6,3 Milliarden Euro eingerechnet, die nach dem Bilanzstichtag berücksichtigt werden sollen, steigt die Summe auf mehr als 25 Milliarden Euro. Diese Auftragsbasis reicht weit über den aktuellen Berichtszeitraum hinaus und untermauert die mittelfristige Umsatzplanung des Konzerns.

Zusätzliches Potenzial liefert ein mögliches Großprojekt in Kanada: TKMS gilt Medienberichten zufolge als bevorzugter Bieter für ein U-Boot-Programm mit bis zu zwölf Booten, dessen Volumen der Konzern selbst mit mehr als 15 Milliarden Euro angibt. Ein Zuschlag wäre neben dem laufenden Geschäft ein weiterer struktureller Wachstumstreiber – vorausgesetzt, die Entscheidung fällt tatsächlich zugunsten von TKMS.

Neue Partnerschaft mit Fincantieri

Am vergangenen Donnerstag besiegelten TKMS und der italienische Werftkonzern Fincantieri eine Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit im Unterwasserbereich. Bis Jahresende soll daraus ein gemeinsamer Kooperationsrahmen entstehen, ausdrücklich ohne Fusion oder Übernahme und unabhängig von bestehenden Verträgen.

Zusammen mit der bereits vor rund einem Monat vereinbarten Absichtserklärung mit dem spanischen Werftkonzern Navantia – bei der TKMS das Design liefern und Navantia in spanischen Werften produzieren soll – zeichnet sich ein Netz europäischer Partnerschaften ab, das TKMS als zentralen Design- und Technologiepartner positioniert.

Kurs bleibt trotz guter Nachrichtenlage unter Druck

Trotz der operativen Fortschritte gab die TKMS-Aktie zuletzt nach. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 83,30 Euro, ein Minus von 0,5 Prozent auf Tagesbasis.

Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7,6 Prozent zu Buche, binnen 30 Tagen verlor die Aktie 5,7 Prozent. Damit liegt der Kurs rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro vom 14. August, während seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von 26 Prozent verbleibt.

Die Diskrepanz zwischen operativen Meldungen und Kursverlauf fällt auf: Weder die Fertigstellung des Dolphin-Programms noch die Rekordzahlen zum Auftragsbestand konnten die Abwärtsbewegung der vergangenen Woche stoppen. Anleger scheinen nach der starken Rally der vergangenen Monate Gewinne mitzunehmen, obwohl die fundamentale Auftragslage kaum Anlass zur Sorge gibt.