TKMS liefert solide operative Zahlen, aber die Gewinnqualität bleibt der wunde Punkt. Der Marinespezialist wächst beim Umsatz, füllt die Bücher mit neuen Aufträgen und sitzt auf einem Rekordbestand. Unter dem Strich frisst jedoch ein höherer Aufwand einen Teil des Fortschritts auf.
Aufträge stützen das Geschäft
Im abgelaufenen Quartal steigerte TKMS den Umsatz um 10 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT kletterte auf 60 Millionen Euro und zeigte damit eine klar bessere operative Entwicklung.
Der wichtigste Stabilitätsanker ist der Auftragsbestand. Er erreichte 20,6 Milliarden Euro und markierte damit einen neuen Höchststand. Für Werften und Systemhäuser bedeutet das: Die Auslastung ist auf Jahre hinaus besser planbar.
Der Nettogewinn passt allerdings weniger gut in dieses Bild. Er sank um 41 Prozent auf 27 Millionen Euro. Als Belastung nennt TKMS vor allem höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie gestiegene Vertriebskosten.
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Sparten liefern gemischtes Bild
Im U-Boot-Geschäft ging der Umsatz leicht zurück, das EBIT sprang jedoch auf 21 Millionen Euro nach 2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das deutet auf eine bessere Projektmarge hin.
Bei Surface Vessels stieg der Umsatz auf 277 Millionen Euro. Das EBIT lag mit 18 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr, was die gemischte Qualität des Wachstums zeigt.
Atlas Electronics war der stärkste operative Treiber. Der Bereich Elektronik und Sensorik erhöhte den Umsatz auf 376 Millionen Euro, das EBIT erreichte 41 Millionen Euro.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse kommt die Botschaft nur begrenzt an. Die Aktie notiert aktuell bei 72,50 Euro und liegt damit am Donnerstag leicht mit 0,14 Prozent im Minus. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 10,82 Prozent zu Buche.
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Technisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 84,58 Euro, während der RSI mit 32,4 bereits in die Nähe eines überverkauften Bereichs fällt. Kein Wunder, dass die Reaktion verhalten bleibt.
Auch die Analystenseite bremst die Euphorie. Bernstein-Analyst Adrien Rabier senkte das Kursziel von 83 auf 76 Euro und bleibt bei „Market-Perform“. Er verweist auf die gedrückte Stimmung im Verteidigungssektor, die durch den Drohnenkrieg in der Ukraine und schwächere Signale von Rheinmetall belastet wird.
Kanada bleibt der Kurstreiber
Für das Gesamtjahr hält das Management an seinen Zielen fest. Erwartet werden ein Umsatzplus zwischen 2 und 5 Prozent sowie eine EBIT-Marge von mehr als 6 Prozent.
Mittelfristig peilt TKMS ein jährliches Wachstum von 10 Prozent an. Die Marge soll dann über 7 Prozent liegen.
Der nächste harte Prüfstein liegt außerhalb der Quartalszahlen: Kanada will über einen Großauftrag für bis zu 12 U-Boote entscheiden, TKMS konkurriert dabei mit Hanwha Ocean. Bis zur erwarteten Entscheidung im ersten Halbjahr 2026 bleibt dieser Auftrag der wichtigste externe Kurstreiber; operativ liefert TKMS Wachstum, der Markt verlangt nun mehr Sichtbarkeit beim Nettogewinn.
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