Starkes operatives Fundament, schwacher Kursverlauf — bei TKMS klaffen Realität und Marktstimmung derzeit auseinander. Auf Wochensicht verlor die Aktie mehr als zwölf Prozent und rutschte auf 76,00 Euro ab. In den Werfthallen bereitet sich das Unternehmen derweil auf eine massive Expansion vor. Finanzchef Paul Glaser stellt eine Verdopplung des ohnehin rekordhohen Auftragsbestands in Aussicht.
Milliarden-Aufträge stützen das Fundament
Die Basis für dieses Wachstum steht. Ende März erreichte das Auftragsbuch mit 20,6 Milliarden Euro bereits einen historischen Höchststand. Im ersten Geschäftshalbjahr sammelte der Konzern neue Bestellungen im Wert von 3,4 Milliarden Euro ein. Darunter fallen U-Boote für Norwegen sowie der größte Torpedo-Auftrag der Unternehmensgeschichte.
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Die anvisierte Verdopplung hängt nun an mehreren internationalen Kampagnen. In Indien laufen die finalen Vertragsverhandlungen über den Bau von sechs U-Booten. Parallel dazu hat TKMS zusammen mit Partnern ein Angebot für bis zu zwölf kanadische U-Boote eingereicht. Im Überwasserbereich positioniert sich das Unternehmen als alleiniger Bieter für die künftige deutsche Luftverteidigungsfregatte.
Profitabilität im Fokus
Neben dem reinen Volumen rückt die Profitabilität in den Fokus. Im vergangenen Halbjahr lag die bereinigte operative Marge bei 5,1 Prozent. Mittelfristig peilt der Vorstand einen Wert von über sieben Prozent an. Neue Aufträge sollen in den kommenden Jahren stärker ins Gewicht fallen und diese Margenverbesserung treiben.
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Die internen Segmente zeigen bereits eine Hebelwirkung. Der Bereich Submarines steigerte sein bereinigtes Ergebnis im ersten Halbjahr spürbar. Die Tochter Atlas Elektronik steuerte 376 Millionen Euro zum Umsatz bei. Einzig der freie Mittelzufluss fiel zuletzt negativ aus, was das Management mit geplanten Abflüssen für laufende Projekte begründet.
Trotz eines Jahresplus von knapp zehn Prozent notiert die Aktie aktuell unter der 50-Tage-Linie von 81,53 Euro. Für einen nachhaltigen Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend muss das Management nun liefern. Die Unterschriften unter den verhandelten Großaufträgen in Indien oder Kanada sind die zwingende Voraussetzung, um den geplanten Wachstumskurs abzusichern.
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