Trulieve hat heute DEA-Registrierungen für staatlich lizenzierte medizinische Cannabis-Abgabestellen erhalten. Damit erreicht das Unternehmen einen wichtigen Schritt innerhalb des neuen US-Bundesrahmens für medizinisches Cannabis. Für Anleger steht vor allem die Aussicht auf steuerliche Entlastungen im Mittelpunkt. Diese sind allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Registrierung schafft neue Möglichkeiten

Trulieve hatte die Registrierungen im April beantragt. Damals wurden staatlich lizenzierte medizinische Cannabisprodukte in die Kategorie Schedule III eingestuft. Nach Angaben des Unternehmens eröffnet die Registrierung Möglichkeiten zur Ausweitung klinischer Forschung und für einen Wettbewerb unter gleichen Bedingungen.

Die Genehmigungen sind Teil einer breiteren Umsetzung des neuen Bundesrahmens. Wie die Los Angeles Times berichtet, vergab die DEA am Freitag erstmals Registrierungen an mehr als 900 medizinische Cannabis-Abgabestellen. Die erste Runde umfasste sieben Bundesstaaten. Die zugelassenen Unternehmen wurden zunächst nicht namentlich genannt.

Trulieves heutige Mitteilung macht die Teilnahme des Unternehmens an diesem Verfahren konkret. Die Registrierung betrifft das medizinische Geschäft. Eine entsprechende Öffnung für Freizeit-Cannabis lässt sich daraus nicht ableiten: Dieses bleibt weiterhin in Schedule I eingestuft.

Steuerliche Entlastung bleibt an Regeln gebunden

Laut dem US-Justizministerium könnten die Registrierungen den Weg zu bislang verwehrten Steuervorteilen ebnen. Entscheidend ist dabei Section 280E, die Cannabisunternehmen den Abzug gewöhnlicher Betriebskosten verwehrt.

Die praktische Umsetzung bleibt eine offene Frage. Cannabisunternehmen in Missouri warten nach der Umstufung weiterhin auf Regeln der US-Steuerbehörde IRS. Insbesondere bei einem gemischten Verkauf von medizinischem Cannabis und Freizeit-Cannabis ist die Aufteilung der Kosten ungeklärt.

Treasury und IRS haben entsprechende Leitlinien Ende September als Priorität für das bis September 2027 laufende Haushaltsjahr aufgeführt. Daraus ergibt sich aber noch kein konkreter Zeitpunkt für eine verbindliche Klärung. Für Trulieve ist die Registrierung deshalb ein regulatorischer Fortschritt, jedoch noch kein bezifferbarer Ergebnisbeitrag.

Neue Anforderungen an die Lieferkette

Mit dem Bundesrahmen entstehen zugleich operative Pflichten. Nach einem Bericht der Cannabis Business Times müssen registrierte Unternehmen und fristgerechte Antragsteller ihre Lieferketten bis zum 29. November auf entsprechend registrierte oder fristgerechte Partner umstellen. Bestehende Bestände dürfen weiter genutzt werden.

Dabei priorisiert die DEA zunächst Abgabestellen. Hersteller und Händler benötigen zusätzliche Prüfungen. Für die Umsetzung zählt somit nicht allein die eigene Registrierung, sondern auch der Status der jeweiligen Lieferpartner.

Die Trulieve-Aktie gewinnt heute 7,8%. Der Anstieg begleitet einen konkreten regulatorischen Fortschritt. Ob daraus dauerhaft bessere wirtschaftliche Bedingungen entstehen, hängt wesentlich von den Steuerleitlinien und der praktischen Umsetzung des neuen Rahmens ab.