Kim Rivers, CEO des Cannabisproduzenten Trulieve, hat innerhalb weniger Tage Aktien im Wert von Millionen verkauft. Die Transaktionen erfolgten zwischen dem 17. und 26. Juni. Insgesamt veräußerte Rivers 1,7 Millionen Papiere. Der größte Einzelverkauf von knapp 137.000 Aktien am 26. Juni erlöste rund 1,2 Millionen Dollar – zu einem Durchschnittskurs von 8,76 Dollar je Anteil.

Die Verkäufe liefen über einen vorgefassten Handelsplan nach Rule 10b5-1. Das schließt Insiderhandelsvorwürfe aus. Nach den Transaktionen hält Rivers noch rund 1,48 Millionen Aktien direkt.

Solide Quartalszahlen, volatiler Kurs

Die Insiderverkäufe fallen in eine Phase beachtlicher Kursgewinne. Auf Jahressicht legte die Aktie um 140 Prozent zu – von 3,17 auf aktuell 7,61 Euro. Das Hoch der vergangenen 52 Wochen lag bei 11,48 Euro erreicht Anfang Juni. Davon ist der Titel aktuell rund 34 Prozent entfernt.

Das jüngste Quartalsergebnis zeigt Stabilität. Trulieve erzielte 287 Millionen Dollar Umsatz und einen Nettogewinn von zwei Millionen Dollar. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) lag bei 100 Millionen Dollar. Freier Cashflow: 42 Millionen Dollar. Die Kasse ist mit 353 Millionen Dollar gut gefüllt.

Der RSI liegt bei 44,8 Punkten. Das spricht für eine neutrale bis leicht unterkaufte Marktlage.

Rückenwind aus Washington

Trulieve profitiert von der politischen Entwicklung in den USA. Die Bundesregierung hat Cannabis auf Anhang III herabgestuft – eine Lockerung. Parallel wechselte das Unternehmen an die New Yorker Börse (NYSE), ein Schritt mit Signalwirkung.

Im Heimatmarkt Florida und in den Expansionsstaaten Georgia und Texas baut Trulieve sein Filialnetz aus.

Zwei Punkte bleiben abzuwägen: Der CEO-Verkauf drückt auf die Stimmung. Gleichzeitig zeigt das operative Geschäft Stärke. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob sich die Dynamik fortsetzt.