Ein Buchungsupdate, eine enger gefasste Gewinnprognose – und ein Kurs, der trotzdem nicht von der Stelle kommt. Die TUI-Aktie fiel am Dienstag im frühen Handel um bis zu 2,1 Prozent, konnte sich später aber mit dem Gesamtmarkt erholen und notierte zuletzt nur noch leicht im Minus bei 6,526 Euro. Der MDax dagegen legte deutlich zu – TUI hinkt dem Index klar hinterher.

Der Reisekonzern bekommt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs und einen anhaltenden Trend zu spätem Buchen zu spüren. Der gebuchte Umsatz im Pauschalreisegeschäft lag fünf Prozent unter dem Vorjahreswert, nach einem Minus von sechs Prozent im August.

Vorstandschef Sebastian Ebel erwartet für das laufende Geschäftsjahr nun ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro, nachdem zuletzt noch gut 1,4 Milliarden Euro angepeilt waren. Das liegt im mittleren Bereich der bisherigen Zielspanne.

Winterbuchungen bleiben schwach

Für die kommende Wintersaison rechnet TUI derzeit mit einem Buchungsrückgang von sieben Prozent. Immerhin habe sich die Dynamik in den vergangenen vier Wochen verbessert, hieß es aus dem Unternehmen.

Eine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr nennt Ebel weiterhin nicht – das ursprüngliche Ziel hatte er bereits im April wegen des Kriegsausbruchs im Persischen Golf gestrichen, als zwei Schiffe der Kreuzfahrtlinie TUI Cruises im Golf festsaßen und viele Kunden ihre Buchungen verschoben.

Positive Signale kommen aus dem Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft. Bei Häusern wie Riu und TUI Blue ging die Auslastung im Quartal zwar leicht zurück, TUI konnte aber höhere Preise durchsetzen. Die Schiffe von TUI Cruises, Marella und Hapag-Lloyd liefen bei ebenfalls höheren Preisen genauso stark wie im Vorjahr.

Die Analystenreaktionen fallen uneinheitlich aus. James Wheatcroft von Jefferies kritisierte, dass der Konzern die steigenden Kerosinpreise unerwähnt ließ. Richard Clarke von Bernstein Research verwies dagegen darauf, dass der Sommerrückgang etwas geringer ausfiel als im August signalisiert – Anleger blieben seiner Einschätzung nach im Abwartemodus.

Seit Jahresbeginn hat die TUI-Aktie knapp 29 Prozent verloren und zählt damit zu den schwächsten Werten im MDax. Die endgültigen Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 will der Konzern am 9. Dezember vorlegen – dann zeigt sich, ob sich der zuletzt leicht verbesserte Buchungstrend im Wintergeschäft fortsetzt.