Eine Windböe, drei beschädigte Schiffe, eine abgesagte Kreuzfahrt: Der Unfall der „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven hat für die TUI-Tochter TUI Cruises konkrete Folgen. Die Aktie zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt und legte im XETRA-Handel zeitweise um 2,19 Prozent auf 6,72 Euro zu.
Was in Bremerhaven passierte
Am späten Sonntagabend lief das nahezu voll besetzte Schiff Richtung Kanaren aus. Schlepper unterstützten das Manöver, als eine Windböe das Kreuzfahrtschiff erfasste. Es trieb auf zwei Containerschiffe zu, die an der Stromkaje lagen, und kollidierte mit ihnen.
Die Polizei spricht von einem leichten Schaden am kleineren und einem erheblichen am größeren Containerschiff. Dessen Backbordseite wurde auf mehreren Metern aufgerissen. Auch die „Mein Schiff 3“ wurde stark beschädigt, auf Bildern sind kaputte Rettungsboote und Schäden an der Brücke zu sehen. Die Schäden liegen jeweils über der Wasserlinie. Es gab weder Wassereinbruch noch Verletzte.
Reise abgesagt, Folgen offen
An Bord waren 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder. Technikexperten gingen direkt nach dem Unfall an Bord und kamen zu einem klaren Ergebnis: Das Schiff muss kurzfristig in eine Werft. Die 20-tägige Kanaren-Reise ist damit gestrichen. Die Reederei nennt die Absage „die einzig verantwortungsvolle Entscheidung“ und verweist auf die Sicherheit von Gästen und Crew.
Wie lange die Reparatur dauert, ist offen. Ebenso unklar bleibt, ob weitere für dieses Jahr geplante Fahrten stattfinden können. Genau hier liegt das finanzielle Risiko: Jede ausgefallene Reise bedeutet entgangene Einnahmen und Betreuungskosten für Passagiere. Konkrete Zahlen dazu nannte die Reederei bislang nicht.
Alle drei beteiligten Schiffe haben ein Auslaufverbot, was laut Bremer Hafenressort übliche Praxis ist. Der Hafenbetrieb läuft ungestört weiter. Die Wasserschutzpolizei ermittelt noch, und die Reedereien entscheiden selbst, wo die Schiffe repariert werden.
Der Kursaufschlag zeigt, dass Marktteilnehmer den Vorfall bislang als begrenztes Einzelereignis einstufen. Ob das so bleibt, hängt von der Werftdauer und möglichen weiteren Streichungen der „Mein Schiff 3“ in diesem Jahr ab.
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