Ein tschechischer Fonds stockt bei TUI auf, der Konzern hat seine Jahresprognose eingegrenzt, und die Winterbuchungen holen auf. Die Aktie legt am Montag im XETRA-Handel zeitweise um 4,5 Prozent auf 7,28 Euro zu. Was trägt die Erholung?
Neuer Großaktionär aus Prag
Die Pale Fire Capital SE hat die Meldeschwelle von fünf Prozent der Stimmrechte überschritten. Ihr Anteil liegt laut Stimmrechtsmitteilung bei 5,15 Prozent, zuvor waren es rund drei Prozent. Gehalten werden die Papiere von zwei Teilfonds eines tschechischen Fonds für qualifizierte Anleger.
Über die Pläne des Investors sagt die Meldung nichts. Sie zeigt nur, dass mehr Kapital in die Aktie fließt. Für die Bewertung zählt deshalb weiter das operative Bild.
Prognose mit klaren Bedingungen
Am 22. September grenzte TUI die Prognose für das bereinigte EBIT 2026 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro ein. Zuvor lag die Spanne bei 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro.
Der Konzern verwies auf starke Nachfrage im vierten Quartal und eine bessere Buchungsdynamik bei Markets + Airline. Im Geschäftsjahr 2025 hatte das bereinigte EBIT allerdings 1,41 Milliarden Euro erreicht.
Die Prognose setzt voraus, dass die geopolitischen Spannungen nicht wesentlich eskalieren und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt. Wie sehr das Umfeld belastet, zeigte das dritte Quartal: Das bereinigte EBIT sank auf 235 Millionen Euro nach 321 Millionen Euro im Vorjahr. Der Iran-Krieg kostete 20 Millionen Euro, weil Schiffe von TUI Cruises in den Emiraten lagen.
Buchungen holen auf, Analysten bleiben geteilt
Beim gebuchten Umsatz von Markets + Airline lag der Winter 2026/27 zuletzt sieben Prozent unter dem Vorjahr. In den vier Wochen bis zum 13. September schrumpfte der Rückstand auf nur noch ein Prozent. Konzernchef Sebastian Ebel erklärte, der Zeitpunkt der Reiseentscheidung habe sich verschoben, die Nachfrage bleibe bestehen.
Hinzu kommt ein Zwischenfall bei TUI Cruises. Die „Mein Schiff 3″ kollidierte beim Auslaufen in Bremerhaven mit zwei Containerschiffen und liegt inzwischen in der Lloyd Werft. Die mehrwöchige Reise Richtung Kanaren ist abgesagt, die Gäste erhalten den Reisepreis zurück. Erste Schätzungen beziffern den Schaden am Schiff auf einen siebenstelligen Betrag. Wie lange die Reparatur dauert, ist offen.
Das Analystenbild bleibt gemischt: Drei von sieben Analysten raten zum Kauf, vier zum Halten, Verkaufsempfehlungen gibt es nicht. Die Kursziele reichen von 7 bis 12,20 Euro, das mittlere liegt bei 9,06 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kurs.
Am 9. Dezember 2026 legt TUI die Jahreszahlen vor. Dann zeigt sich, ob das bereinigte EBIT in der eingegrenzten Spanne landet und wie sich die Winterbuchungen entwickelt haben.
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