TUI setzt im Reisebürovertrieb auf Bewährtes. Der Konzern friert seine Provisionssätze für das Geschäftsjahr 2026/2027 komplett ein. Das ist kein direkter Gewinntreiber. Für das wichtige Pauschalreisegeschäft liefert der Schritt aber dringend benötigte Planungssicherheit.

Prämien bleiben unverändert

Das Modell läuft unverändert weiter. Reisebüros erhalten weiterhin eine Grundprovision von 7,5 Prozent. Ab einem TUI-Gesamtumsatz von 80.000 Euro klettert dieser Wert auf zehn Prozent.

Zusätzlich belohnt der Konzern seine Partner über das Programm TUI EXTRA STARS. Hier winken bis zu zwei Prozent Extra-Vergütung. Auch anfallende Stornogebühren rechnet das Unternehmen voll auf den Umsatz an.

Wer besonders viel verkauft, profitiert stärker. Spitzenverkäufer erreichen bis zu 12,5 Prozent ab anderthalb Millionen Euro Umsatz. Franchise-Partner können laut Branchenberichten in der Spitze sogar 16 Prozent erzielen.

Neues Programm für den Sommer

Die stabilen Provisionen stützen den Verkauf des neuen Sommerprogramms. TUI plant für 2026 ein massiv ausgebautes Angebot. Der Konzern bringt mehr Familienhotels auf den Markt. Parallel dazu wächst das Sortiment für Soloreisende.

Über die Plattform TUI Tours buchen Kunden individuelle Rundreisen in 114 Zielen. Für den stationären Vertrieb ist diese Vielfalt entscheidend. Mehr buchbare Produkte bedeuten höhere Umsätze und damit bessere Provisionen.

Der reine Verkauf reicht dem Management dabei nicht. TUI flankiert den Vertrieb durch gezielte Seminarreisen und digitale Schulungen. Auch die Kunden-App myTUI bindet Urlauber enger an die Marke.

Aktie sucht nach Impulsen

An der Börse verpufft die operative Nachricht. Die TUI Aktie verliert am Freitag 2,14 Prozent und fällt auf 7,22 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von gut 19 Prozent auf der Anzeigetafel.

Das Chartbild bleibt kurzfristig durchwachsen. Die Aktie pendelt aktuell zwischen der 50-Tage-Linie bei 6,81 Euro und dem langfristigen Durchschnitt von 7,68 Euro. Der RSI signalisiert derweil ein neutrales Marktumfeld.

Kein Wunder. Diese Meldung allein dreht keinen Trend. Mit den fixierten Konditionen sichert TUI lediglich das Fundament für die anstehende Sommersaison. Erst handfeste Buchungszahlen für das dritte Quartal können der Aktie eine neue Richtung geben.