Zwei Kreuzfahrtschiffe entkommen dem Persischen Golf, iranische Revolutionsgarden drohen per Funk mit Beschuss — und TUI quittiert die wochenlange Krise mit einer gesenkten Jahresprognose. Das operative Ergebnis 2026 steht nun unter einem erheblichen Fragezeichen.
Bedrohung, Blockade, Rückkehr
Ende Februar, als der Iran die Straße von Hormus blockierte, saßen „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ in Abu Dhabi und Doha fest. Alle Reisen bis Mitte Mai wurden abgesagt. Am 19. April gelang beiden Schiffen nach behördlicher Koordination die Ausfahrt — allerdings nicht ohne Zwischenfall.
Laut einem Kapitänsbericht warnten iranische Revolutionsgarden per Funk: „Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören.“ Ein Einschlag in Schiffsnähe soll gemeldet worden sein. TUI hatte bis dahin rund 10.000 Gäste zurückgebracht, darunter etwa 5.000 Passagiere der beiden Kreuzfahrtschiffe sowie rund 1.500 Crewmitglieder.
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Prognose gekappt, Umsatzziel ausgesetzt
Der operative Schaden ist bezifferbar. Allein im März entstanden Iran-bedingte Belastungen von rund 40 Millionen Euro. Für das zweite Quartal erwartet TUI dennoch eine Ergebnisverbesserung von 5 bis 25 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.
Das Jahresbild hat sich grundlegend verändert. Das bereinigte EBIT soll nun zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro liegen — zuvor hatte TUI ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von rund 1,4 Milliarden Euro angepeilt. Die Umsatzprognose wurde bis auf weiteres ausgesetzt.
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Hintergrund ist eine spürbare Buchungszurückhaltung: Die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 liegen sieben Prozent unter dem Vorjahr. Betroffen sind vor allem Ziele wie die Türkei, Zypern und Ägypten, während sich Nachfrage in den westlichen Mittelmeerraum verschiebt.
Absicherung und Ausblick
Auf der Kostenseite hat TUI vorgesorgt. Zum 15. April waren 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer abgesichert, im Kreuzfahrtgeschäft über 80 Prozent der Energiekosten für das Gesamtjahr. Die Nettoverschuldung sank gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
Die Aktie spiegelt die Unsicherheit wider. Mit einem Minus von rund vier Prozent auf 6,92 Euro notiert sie mehr als 26 Prozent unter ihrem Januarhoch von 9,41 Euro — und damit auch deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Solange der Konflikt im Nahen Osten anhält und die Buchungslage trüb bleibt, fehlt dem Kurs ein klarer Aufwärtsimpuls. Vollständige Klarheit über das Ausmaß der Schäden bringen die Q2- und H1-Zahlen, die TUI für Mai 2026 angekündigt hat.
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