Morgen legt UBS die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor — und der Markt wartet nicht nur auf die Gewinnzahlen. Erstmals will sich die Bank ausführlich zu den umstrittenen Schweizer Eigenkapitalvorschriften äußern, die das Geschäftsmodell der größten Schweizer Bank grundlegend verändern könnten.
Bern hält Kurs, UBS rechnet dagegen
Am 22. April veröffentlichte der Schweizer Bundesrat seine finale Kapitaladäquanzverordnung. Der Kern: Ausländische UBS-Tochtergesellschaften sollen künftig vollständig mit Kapital unterlegt werden. UBS beziffert den Gesamteffekt auf rund 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem CET1-Kapital — allein aus den neuen Verordnungsänderungen.
Rechnet man die rund 15 Milliarden Dollar hinzu, die UBS bereits im Zuge der Credit-Suisse-Übernahme als inkrementellen Kapitalbedarf kommuniziert hatte, summiert sich die Gesamtbelastung auf rund 37 Milliarden Dollar. Die jährlichen Kapitalkosten daraus schätzt die Bank auf etwa 3 Milliarden Dollar.
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UBS bezeichnet das Paket als „extrem“, international nicht kompatibel und ignorierend gegenüber den Bedenken der Mehrheit der Konsultationsteilnehmer. Für die Schweizer Wirtschaft prognostiziert eine von UBS in Auftrag gegebene Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens BAK einen BIP-Schaden von 11 bis 34 Milliarden Franken über ein Jahrzehnt — falls die Reformen in ihrer aktuellen Form umgesetzt werden.
Parlamentsprozess mit Spielraum
Der Gesetzgebungsprozess läuft noch. Ein Parlamentsausschuss hält seine erste Beratung am 4. Mai ab, eine finale Entscheidung wird frühestens 2027 erwartet. Berichten zufolge zeichnet sich beim umstrittensten Teil der Kapitalanforderungen ein Kompromiss ab — ein Signal, dass UBSs intensives Lobbying nicht folgenlos bleibt.
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Intern prüft die Bank laut Reuters-Informationen auch Notfalloptionen, darunter eine mögliche Verlegung des Hauptsitzes ins Ausland, sollten die Regeln zu restriktiv ausfallen. Offiziell formuliert UBS das diplomatischer: Man werde „geeignete Maßnahmen zum Schutz der Interessen seiner Aktionäre prüfen“.
Ziele für 2026 vorerst unangetastet
Da keine der regulatorischen Änderungen vor 2027 greifen soll, hält UBS an seinen Jahreszielen fest: eine Rendite auf das CET1-Kapital von rund 15 Prozent und eine Kosten-Ertrags-Quote unter 70 Prozent. Die geplanten Kapitalrückgaben für 2026 stehen ebenfalls nicht zur Disposition.
Für die morgigen Quartalszahlen erwartet der Bloomberg-Konsens ein Nettoeinkommen von rund 2,4 Milliarden Dollar. Die Aktie notiert mit einem Jahresverlust von knapp 11 Prozent und hat rund 12 Prozent Abstand zu ihrem Januar-Hoch — der Markt preist die Regulierungsunsicherheit sichtbar ein. Wie UBS die Kapitalfrage konkret kommuniziert, dürfte die Reaktion am Mittwoch mindestens so stark prägen wie die reinen Gewinnzahlen.
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