Die US-Tochter von UBS zahlt die höchste Einzelstrafe, die je gegen einen US-Broker-Dealer wegen Verstößen gegen den Bank Secrecy Act verhängt wurde. Gleichzeitig meldet der Schweizer Bankkonzern für das zweite Quartal einen Gewinnsprung. Zwei Nachrichten, die kaum gegensätzlicher sein könnten, prägen derzeit das Bild der Aktie.
FinCEN und SEC verhängen Millionenstrafen
Die US-Finanzaufsicht FinCEN belegte UBS Financial Services Inc. mit einer Strafe von 125 Millionen Dollar. Ergänzend verhängte die SEC eine Zivilstrafe von 20 Millionen Dollar wegen verspäteter Meldungen verdächtiger Aktivitäten im Zeitraum 2019 bis 2023. Laut FinCEN räumte UBS Financial Services Verstöße gegen sein Programm zur Geldwäscheprävention ein. Die Bank habe es versäumt, Devisentransaktionen im Volumen von mehr als 10 Milliarden Dollar ausreichend zu überwachen, und bei Hochrisikokunden aus Russland und Lateinamerika keine angemessene Sorgfaltsprüfung durchgeführt.
Besonders schwer wiegt der Umstand, dass es sich nicht um den ersten Fall dieser Art handelt. Bereits im Dezember 2018 hatte FinCEN eine Strafe von 14,5 Millionen Dollar gegen die Bank verhängt. Die neue Sanktion markiert damit die zweite Enforcement-Maßnahme gegen UBS binnen weniger Jahre und rückt das Institut in die Kategorie der Wiederholungstäter bei US-Regulatoren.
Quartalsgewinn springt trotz Belastungen
Parallel zu den regulatorischen Auseinandersetzungen präsentierte UBS am 29. Juli robuste Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Der Konzerngewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 2,80 Milliarden Dollar. Der Vorsteuergewinn legte sogar um 64 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar zu, bereinigt um Restrukturierungskosten stieg er um 45 Prozent auf 3,89 Milliarden Dollar. Die Erträge erreichten 13,70 Milliarden Dollar, ein Plus von 13 Prozent.
Treiber dieser Entwicklung waren vor allem die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking. Im Bereich Global Wealth Management flossen im zweiten Quartal netto 36 Milliarden Dollar an neuen Vermögenswerten zu, im ersten Halbjahr summierte sich das auf 73 Milliarden Dollar. Die Transaktionserträge in diesem Segment wuchsen um 23 Prozent, während die Investmentbank ihre Erträge um 31 Prozent steigerte.
Auf Basis dieser Zahlen kündigte UBS ein neues Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar an, das bis Ende des zweiten Quartals 2027 laufen soll. Allein in den kommenden drei Monaten sind Rückkäufe von 1 Milliarde Dollar vorgesehen. Bis zum 17. Juli hatte die Bank bereits 2,3 Milliarden Dollar aus einem vorangegangenen Programm zurückgekauft.
Integration der Credit Suisse macht Fortschritte
Auch die Übernahme der Credit Suisse trägt zunehmend Früchte. Seit dem Vollzug der Transaktion im Juni 2022 hat UBS nach eigenen Angaben Einsparungen von 12,6 Milliarden Dollar realisiert und dabei mehr als 20.000 Stellen abgebaut. Von den übernommenen IT-Anwendungen werden inzwischen über 90 Prozent nicht mehr genutzt, rund 70 Prozent sind vollständig außer Betrieb genommen. Die Integration liege damit auf Kurs, bis Jahresende weitgehend abgeschlossen zu sein.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt kaum beeindruckt von den gegenläufigen Nachrichten. Am Donnerstag schloss das Papier bei 45,82 Euro, ein Rückgang von 1,25 Prozent gegenüber dem Vortag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 48,19 Euro, erreicht im Juli, trennen den Titel damit rund 4,92 Prozent. Der übergeordnete Aufwärtstrend seit dem Jahrestief im März bleibt intakt, die Bußgelder haben daran bislang nichts geändert.
Für Anleger dürfte der 28. Oktober zum nächsten wichtigen Termin werden: Dann legt UBS die Zahlen zum dritten Quartal vor. Bis dahin wird sich zeigen, ob die regulatorischen Altlasten aus der Vergangenheit dem operativen Aufschwung dauerhaft im Weg stehen oder ob die Kombination aus Kapitalrückführung und Kostensenkung die Anlegerstory weiterhin trägt.
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