UBS setzt ihr milliardenschweres Rückkaufprogramm für Credit-Suisse-Anleihen fort. Die Bank bietet für neun ausstehende Anleihen ein maximales Volumen von rund 6 Milliarden US-Dollar, die Angebotsfrist läuft noch bis zum 10. September.

Ziel ist es, die Kapitalstruktur zu straffen und Zinsaufwendungen zu senken. Das kumulierte Volumen der betroffenen Papiere beläuft sich auf 1,2 Milliarden Pfund, 9,54 Milliarden US-Dollar und 2,05 Milliarden Euro, mit Kupons zwischen 0,50 und 4,375 Prozent.

Die Maßnahme fällt in eine Phase, in der UBS regulatorisch unter Beobachtung steht. Am vergangenen Dienstag beriet die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats über mögliche Kapitalpuffer für die Bank, seither hat die Aktie um 1,2 Prozent zugelegt.

UBS teilte am Dienstag mit, sie nehme die Bestrebungen der Kommission zur Kenntnis, Alternativen zu den ursprünglich schärferen Bundesrats-Vorschlägen zu prüfen, und unterstütze gezielte, international abgestimmte Anpassungen der Schweizer Bankenregulierung.

Nach eigenen Berechnungen müsste die UBS AG als Muttergesellschaft bei einer Umsetzung der ursprünglichen WAK-S-Empfehlungen rund 13 Milliarden US-Dollar zusätzliches Tier-1-Kapital vorhalten.

Solide Geschäftszahlen als Rückgrat

Der Anleihenrückkauf steht auf einem soliden operativen Fundament. Im zweiten Quartal erzielte UBS einen Reingewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar, für das erste Halbjahr summiert sich der Gewinn auf 5,8 Milliarden US-Dollar.

Die verwalteten Vermögen im Konzern erreichten 7,3 Billionen US-Dollar. Der Vorsteuergewinn lag bei 3,6 Milliarden US-Dollar, auf zugrunde liegender Basis bei 3,9 Milliarden US-Dollar, die Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) erreichte 15,4 beziehungsweise 16,4 Prozent.

Reuters berichtete, der Vorsteuergewinn sei im zweiten Quartal um 64 Prozent auf 3,59 Milliarden US-Dollar gestiegen, getragen vor allem vom boomenden Aktienhandelsgeschäft. Die Kerngeschäftsbereiche steigerten ihren Vorsteuergewinn auf zugrunde liegender Basis insgesamt um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Wealth Management flossen netto 36 Milliarden US-Dollar an neuen Vermögenswerten zu, für das erste Halbjahr sind es 73 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen untermauern, dass die Bank die Integration der Credit Suisse finanziell verkraftet hat: Seit dem Vollzug der Übernahme im Juni 2022 hat UBS laut Reuters 12,6 Milliarden US-Dollar eingespart und über 20.000 Stellen gestrichen.

Kapitalrückgaben als Signal an Aktionäre

Parallel zum Anleihenrückkauf läuft ein Aktienrückkaufprogramm. UBS plant, in den kommenden drei Monaten mindestens 1 Milliarde US-Dollar für eigene Aktien aufzuwenden, bis Mitte 2027 sollen insgesamt 3 Milliarden US-Dollar zusammenkommen. Diese Kombination aus Fremdkapitalabbau und Aktienrückkäufen signalisiert Zuversicht des Managements, während der Streit über künftige Kapitalanforderungen noch nicht entschieden ist.

An der Kursentwicklung lässt sich die Erleichterung ablesen: Die Aktie notiert aktuell bei 47,19 Euro, nur 2,1 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 30,87 Euro liegt das Papier um 53 Prozent höher. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche.

Auf der Führungsebene hat UBS im Januar personelle Weichen gestellt: Beatriz Martin Jimenez wurde zur Group Chief Operating Officer ernannt, Michelle Bereaux übernahm die Rolle der Group Chief Compliance and Operational Risk Control Officer. Beide bringen Erfahrung aus der Integration der Credit Suisse mit.

Die nächsten Quartalszahlen werden für den 28. Oktober erwartet und dürften zeigen, ob sich der positive Trend bei Neugeldern und Erträgen fortsetzt, während die regulatorische Debatte in der Schweiz weitergeht.