UBS stellt die Weichen für die Zeit nach der Credit-Suisse-Übernahme – und zwar gleich an zwei Fronten. Im Verwaltungsrat kommen neue Schwergewichte hinzu, während die Bank bei der IT-Integration in die entscheidende Phase geht. Was zählt jetzt mehr für den weiteren Kurs: frische Governance oder die operative Umsetzung der Migration?
Neue Gesichter im Verwaltungsrat
UBS hat am 27. Februar die Nominierung von AgustÃn Carstens und Luca Maestri für den Verwaltungsrat bekannt gegeben. Die Wahl soll an der Generalversammlung am 15. April 2026 erfolgen.
Carstens bringt Zentralbank- und Regulierungserfahrung mit: Er war bis Juni 2025 Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und zuvor Gouverneur der mexikanischen Zentralbank. Zudem leitete er zwischen 2015 und 2017 das International Monetary and Financial Committee des IWF. Maestri steht für Finanz- und Unternehmenssteuerung aus der Tech-Welt: Er ist derzeit Vice President of Corporate Services bei Apple und war zuvor über ein Jahrzehnt CFO des Konzerns.
Gleichzeitig gibt es Abgänge: William C. Dudley und Jeanette Wong treten nicht zur Wiederwahl an. Vizepräsident Lukas Gähwiler verlässt den Verwaltungsrat nach 45 Jahren Karriere. Als neuer Vizepräsident wurde Markus Ronner nominiert.
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IT-Migration: Der kritische Meilenstein Ende März
Parallel dazu rückt der operative Abschluss der Credit-Suisse-Integration näher. Ein zentraler Schritt ist für Ende März geplant: Dann will UBS mit der Abschaltung der Legacy-IT-Plattformen der Credit Suisse beginnen. Die vollständige Migration soll bis Jahresende abgeschlossen sein.
Der Hintergrund: UBS betreibt in der Schweiz noch zwei separate IT-Systeme – das eigene und jenes der Credit Suisse. Künftig soll eines davon wegfallen, um Synergien zu realisieren. Die Dimensionen sind groß: 1,3 Millionen Credit-Suisse-Kunden sollen mit 110 Petabyte Daten auf die UBS-Plattform übertragen werden. Im Zuge dessen plant die Bank, 3.000 Credit-Suisse-Applikationen sowie 40.000 Server stillzulegen.
Als Begleiterscheinung kündigte CEO Sergio Ermotti nach der Systemabschaltung eine weitere Runde Stellenabbau an. Bis zu 3.000 Stellen sollen bis Anfang 2027 wegfallen.
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Rückenwind aus Zahlen – trotzdem bleibt der Kurs unter Druck
Die Umbauphase trifft auf eine solide Ergebnisbasis. UBS meldete für das vierte Quartal 2025 einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar (+56% zum Vorjahr). Für das Gesamtjahr 2025 lag der Nettogewinn bei 7,8 Milliarden US-Dollar (+53%). Die verwalteten Vermögen überstiegen 7 Billionen US-Dollar (+15%).
Aktionärsseitig: Vorgeschlagen ist eine Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie (+22%), zudem wurde ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Bei der Integration meldete UBS rund 85% migrierte Schweizer Konten, kumulierte Bruttokosteneinsparungen von 10,7 Milliarden US-Dollar und ein Synergie-Ziel von 13,5 Milliarden US-Dollar.
Am Markt spiegelt sich das in den Kursdaten zuletzt dennoch nur begrenzt wider: Die Aktie schloss am Freitag bei 33,15 Euro (-2,13%) und liegt damit in 30 Tagen 13,01% im Minus. Auffällig ist auch der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 38,30 Euro.
Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 29. April 2026 legt UBS den nächsten Quartalsbericht vor – dann dürften Fortschritte beim IT-Abschaltzeitplan, mögliche Einmalkosten und der Stand der Synergien im Mittelpunkt stehen.
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