Die UBS AG bekommt von RBC Capital Markets heute ein positiveres Rating. Die kanadische Bank stuft die Schweizer Großbank auf „Outperform“ hoch. Gleichzeitig sorgen milliardenschwere Bußgelder aus den USA für Gesprächsstoff bei Anlegern.

RBC sieht Aufwärtspotenzial

RBC Capital Markets nimmt die UBS-Aktie am heutigen Mittwoch mit dem Votum „Outperform“ auf. Konkrete Details zur Begründung oder ein neues Kursziel nannte das Analysehaus zunächst nicht. Die Hochstufung reiht sich in eine Serie von Einschätzungen ein, mit denen RBC in den vergangenen Tagen auch andere europäische Namen wie Volkswagen und Lufthansa versehen hat – bei UBS fällt das Urteil im Branchenvergleich aber deutlich optimistischer aus.

Der Markt reagiert darauf zurückhaltend. Die UBS-Aktie notiert aktuell bei 45,98 Euro und gibt damit 1,31 Prozent nach, nachdem sie am Dienstag noch bei 46,59 Euro geschlossen hatte. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz jedoch stark: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15,61 Prozent, und zum 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro, erreicht Mitte Juli, fehlen dem Titel nur noch 4,59 Prozent.

Millionenstrafen wegen Geldwäsche-Mängeln

Belastender für das Sentiment dürften die jüngsten Entscheidungen US-amerikanischer Aufsichtsbehörden wirken. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC ordnete am Montag eine Zahlung von 8 Millionen Dollar gegen UBS Financial Services an – wegen Mängeln bei der Überwachung von Fremdwährungsüberweisungen im Rahmen der Geldwäscheprävention. Der beanstandete Zeitraum reicht von Januar 2019 bis Juni 2023.

Die CFTC-Strafe ist dabei nur ein Teil eines deutlich größeren Pakets. Die Finanzaufsichtsbehörde FinCEN verhängte parallel eine Buße von 125 Millionen Dollar gegen die UBS-Tochter – nach eigenen Angaben die höchste je gegen einen Broker-Dealer ausgesprochene Strafe unter dem Bank Secrecy Act. Die Wertpapieraufsicht SEC und die Selbstregulierungsorganisation FINRA verlangen jeweils weitere 20 Millionen Dollar. In Summe kommen die US-Behörden damit auf ein Bußgeldvolumen von rund 173 Millionen Dollar. Als Auflage müssen externe Prüfer die Meldeprozesse für verdächtige Transaktionen bei UBS Financial Services künftig kontrollieren. Die Bank kooperierte im Verfahren mit den Aufsichtsbehörden, wie aus den Mitteilungen hervorgeht.

Neupositionierung bei Nemetschek

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt am heutigen Mittwoch ein Bericht, wonach die UBS ihre Position beim Softwarehersteller Nemetschek offenbar reduziert oder neu bewertet. Weitergehende Angaben zu Umfang oder Motiv des Schritts liegen bislang nicht vor.

Ausblick für Anleger

Für UBS-Aktionäre ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite bescheinigt RBC dem Institut operatives Aufwärtspotenzial, auf der anderen Seite ziehen die milliardenschweren US-Bußgelder wegen historischer Compliance-Lücken die Aufmerksamkeit auf regulatorische Risiken. Der 50-Tage-Durchschnitt der Aktie liegt bei 44,13 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 38,18 Euro – die Kursbewegung der vergangenen Monate bleibt damit klar aufwärtsgerichtet, auch wenn der heutige Tag mit Verlusten startet. Wie stark die neuen Auflagen der US-Behörden das operative Geschäft von UBS Financial Services künftig beeinflussen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.