Wiederholungstäterin – dieses Etikett drückt US-Behörden der UBS am Montag ziemlich unverblümt auf. Insgesamt 153 Millionen US-Dollar muss die Schweizer Großbank wegen Versäumnissen bei der Geldwäschebekämpfung zahlen. Es ist bereits die zweite Strafaktion dieser Art gegen das Institut binnen weniger Jahre.

Drei Behörden, eine Rechnung

Den Löwenanteil der Strafe verhängte das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums: 125 Millionen Dollar wegen vorsätzlicher Verstöße gegen den Bank Secrecy Act, jenes Gesetz, das Banken zur ersten Verteidigungslinie gegen Geldwäsche macht. Die Behörde spricht laut eigenen Angaben von der höchsten je gegen einen Broker-Dealer verhängten Buße dieser Art. UBS hat den vorsätzlichen Verstoß im Rahmen der Einigung eingestanden.

Hinzu kommen 20 Millionen Dollar von der Finanzaufsicht Finra wegen ähnlicher Verstöße gegen die Geldwäschebekämpfung sowie 8 Millionen Dollar in einem separaten Vergleich mit der Commodity Futures Trading Commission. Dort ging es um mangelhafte Überwachung der Systeme für Fremdwährungsüberweisungen.

Konkret wirft FinCEN der Bank vor, ihrer Sorgfaltspflicht bei Hochrisikokunden nicht nachgekommen zu sein – insbesondere bei Verbindungen nach Russland und Lateinamerika. Bereits 2018 hatte die Behörde eine Strafe von 14,5 Millionen Dollar verhängt, damals wegen Schwächen im automatisierten Überwachungssystem für Fremdwährungstransaktionen. Dass dieselben strukturellen Probleme Jahre später erneut auftauchen, dürfte bei Aufsehern besonders schwer wiegen.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Schweizer Börse SIX gab die UBS-Aktie im Anschluss an die Nachricht zeitweise 0,42 Prozent auf 42,60 Franken ab – eine moderate Reaktion angesichts der Höhe der Strafe. Die Summe von 153 Millionen Dollar bewegt sich für eine Bank dieser Größenordnung im überschaubaren Bereich und dürfte das Ergebnis kaum spürbar belasten.

Eine offizielle Stellungnahme der UBS zu den Vorwürfen stand am Montagnachmittag noch aus. Für die Bank rückt damit erneut die Frage in den Blick, wie konsequent interne Kontrollsysteme nach der Integration der Credit Suisse tatsächlich greifen.