UBS Aktie: Starke Zahlen, schwieriges Erbe

UBS meldet starke operative Ergebnisse und übertrifft Integrationsziele, doch ein ungelöster Rechtsstreit um historische Konten überschattet die positive Bilanz.

UBS Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordgewinn von 7,77 Milliarden US-Dollar für 2025
  • Dividende steigt auf 1,10 Dollar je Aktie
  • Rechtsstreit um NS-verknüpfte Konten bleibt offen
  • Aktienrückkäufe von 3 Milliarden Dollar geplant

Rekordgewinn auf der einen Seite, ein ungelöster Rechtsstreit um NS-verknüpfte Konten auf der anderen – UBS liefert operativ, kämpft aber mit Altlasten aus der Credit-Suisse-Übernahme. Genau diese Kombination erklärt, warum die Aktie trotz solider Fundamentaldaten seit Jahresbeginn rund 18 Prozent im Minus liegt.

Geschäftsbericht überzeugt, Dividende steigt

Der am 9. März veröffentlichte Jahresabschluss für 2025 bestätigt, was UBS bereits vorläufig kommuniziert hatte: einen Nettogewinn von 7,77 Milliarden US-Dollar, eine CET1-Kapitalquote von 14,4 Prozent und kumulierte Kosteneinsparungen aus der Credit-Suisse-Integration von 10,7 Milliarden Dollar – damit übertrifft die Bank ihre eigene Zielvorgabe von rund 10 Milliarden Dollar.

Der Vorstand schlägt eine Bardividende von 1,10 US-Dollar je Aktie vor. Für 2026 sind zudem Aktienrückkäufe im Volumen von 3 Milliarden Dollar geplant, wobei der genaue Umfang von weiterer regulatorischer Klarheit in der Schweiz abhängt.

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Die Integration der Credit Suisse nähert sich dem Abschluss: Verbleibende Kundentransfers sollen bis Ende März abgeschlossen sein. Bis Ende 2026 peilt UBS eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent sowie eine Kosten-Ertrags-Quote unter 70 Prozent an.

NS-Konten: Anhörung ohne Ergebnis

Der belastende Gegenpart zu den guten Zahlen kommt aus Brooklyn. Vor einem Bundesgericht in New York versuchte UBS am Dienstag, eine klarstellende Verfügung zu erwirken, wonach der 1999 erzielte Vergleich über 1,25 Milliarden Dollar sämtliche Ansprüche im Zusammenhang mit dem Holocaust abdecke.

Auslöser war eine 2020 von Credit Suisse in Auftrag gegebene Untersuchung, die 890 Konten mit potenziellen NS-Verbindungen identifiziert hatte. UBS erklärte sich bereit, die Untersuchung fortzuführen und dem Ombudsmann bereits 16,5 Millionen Dokumente übergeben zu haben – allerdings nur unter der Bedingung, dass keine weiteren Forderungen auf finanzielle Wiedergutmachung folgen können.

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Das Simon Wiesenthal Center sieht das anders. Die Anhörung endete ohne Einigung; Richter Korman ließ offen, wann er eine Entscheidung treffen wird.

Ausblick bis Jahresende

Für Investoren stehen in den kommenden Wochen mehrere konkrete Termine an. Am 15. April tagt die Generalversammlung, auf der neben der Dividende auch zwei neue Verwaltungsräte gewählt werden sollen: Agustín Carstens, früherer Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sowie Luca Maestri, langjähriger CFO eines der größten Technologiekonzerne der Welt.

Am 29. April folgen die Quartalsergebnisse für Q1 2026. Bis dahin dürfte auch klarer sein, ob Richter Korman UBS die gewünschte rechtliche Absicherung gewährt – oder ob die Altlasten aus der Credit-Suisse-Übernahme das Kapitalrückgabeprogramm weiter belasten.

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