Die UBS gerät erneut ins Fadenkreuz amerikanischer Ermittler. Das US-Justizministerium hat bei einem Bundesgericht in New York Zugang zu Kundendaten von sieben Korrespondenzbanken der Trident Trust Group beantragt – darunter auch die UBS AG.
Im Fokus stehen Trident Corporate Services AG und Trident Trust (Switzerland) AG. Die Behörde sucht nach US-Steuerzahlern, die zwischen 2014 und 2023 Dienste der Trident-Gruppe genutzt haben. Die UBS wollte den Vorgang nicht kommentieren.
Für den Schweizer Finanzplatz ist das kein neues Thema, aber ein altbekanntes Reizthema. Schon in der Vergangenheit gerieten Schweizer Institute wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung amerikanischer Kunden ins Visier von Ermittlern.
Dass nun wieder Korrespondenzbank-Beziehungen der UBS ins Rampenlicht rücken, dürfte an alte Wunden erinnern – auch wenn die Bank selbst nicht direkt Ziel der Ermittlungen ist, sondern lediglich als Datenlieferant fungiert.
Investoren uneins über die Aktie
Während die juristische Gemengelage für Unsicherheit sorgt, zeigt sich das Bild bei institutionellen Anlegern gespalten. NewEdge Advisors reduzierte seine UBS-Position im ersten Quartal um mehr als ein Viertel. Gleichzeitig bauten andere Adressen wie AQR Capital ihre Beteiligung deutlich aus. Der Analystenkonsens lautet derzeit „Hold“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 60,30 US-Dollar.
Parallel dazu expandiert die Bank im US-Privatkundengeschäft. Ein Team mit einem verwalteten Vermögen von 1,3 Milliarden US-Dollar wechselte aus der Private-Bank-Sparte der Bank of America zur UBS.
Die vier Berater bringen zusammen mehr als hundert Jahre Branchenerfahrung mit und sollen künftig vermögende Kunden in Tampa betreuen. Solche Zukäufe von etablierten Beraterteams gehören zur Wachstumsstrategie der Bank im lukrativen Wealth-Management-Segment der USA.
Auffällig ist zudem das gestiegene Engagement der UBS im Kryptobereich: Die Bank erhöhte ihre Call-Optionen auf den BlackRock-Bitcoin-ETF IBIT im zweiten Quartal um das 24-Fache auf knapp zwei Millionen Aktien, während die Put-Positionen deutlich zurückgefahren wurden.
Auch die direkten IBIT-Bestände legten zu. Das signalisiert eine spekulative Wette auf steigende Kurse, passt aber auch zum breiteren Trend, dass große Vermögensverwalter ihre Kryptoexposition über regulierte Produkte ausbauen, statt Coins direkt zu halten.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse hat die neuerliche Ermittlungsmeldung bislang keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Der Kurs notierte zuletzt bei 46,39 Euro und damit rund 3,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro. Die Aktie hat sich seit ihrem Jahrestief im März deutlich erholt und liegt seit Jahresbeginn 17 Prozent im Plus. Anleger scheinen die juristischen Altlasten bislang eher als Randnotiz einzustufen als als konkrete Belastung für die Bilanz.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob aus dem Auskunftsersuchen des US-Justizministeriums tatsächlich Konsequenzen für die UBS selbst erwachsen oder ob die Bank – wie bislang – lediglich als datenliefernde Korrespondenzbank betroffen ist. Solange keine konkreten Vorwürfe gegen die UBS selbst im Raum stehen, dürfte der Fall das operative Geschäft kaum belasten.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 16. August liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

