Die Rating-Agentur Wall Street Zen hob ihre Einschätzung zur Schweizer Großbank am 18. Juli 2026 von „Hold“ auf „Buy“ an. Auslöser war unter anderem das überraschend starke erste Quartal: UBS verdiente pro Aktie 0,94 US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 0,85 US-Dollar deutlich. Auch beim Umsatz lag das Institut mit 13,64 Milliarden US-Dollar über der Erwartung von 13,16 Milliarden US-Dollar.

Am deutschen Markt zeigte die Aktie am Freitag jedoch Schwäche. Sie schloss bei 46,13 Euro und verlor auf Tagessicht 1,43 Prozent. Damit bleibt sie rund 4,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 48,19 Euro, das erst Mitte Juli erreicht wurde.

Analystenlager bleibt gespalten

Trotz der frischen Kaufempfehlung von Wall Street Zen fällt das Gesamtbild der Analystenschaft uneinheitlich aus. Unter den erfassten Einschätzungen stehen eine Einstufung auf „Strong Buy“, vier auf „Buy“, vier auf „Hold“ und zwei auf „Sell“ – der Konsens lautet weiterhin „Hold“ bei einem Kursziel von 60,30 US-Dollar. Morgan Stanley bewertet die Aktie mit „Underweight“, während Zacks sie als „Strong-Buy“ einstuft. Barclays hat sein Votum auf „Equal Weight“ angehoben, die Royal Bank of Canada sieht UBS bei „Outperform“. Auch bei Weiss, KBW und Deutsche Bank gab es zuletzt Bewegung: Weiss senkte auf „Buy (B)“, KBW stufte auf „Moderate Sell“ zurück, während Deutsche Bank bei „Buy“ bleibt.

Zusätzlichen Auftrieb lieferte die Erste Group Bank. Das Institut hob seine Gewinnschätzung für UBS für das Geschäftsjahr 2026 auf 3,49 US-Dollar pro Aktie an, nach zuvor 3,43 US-Dollar. Für 2027 rechnet die Erste Group Bank nun mit 4,16 US-Dollar Gewinn pro Aktie. Auch diese Anhebung stützt sich unmittelbar auf die überraschend robusten Erstquartalszahlen.

Institutionelle Anleger justieren ihre Positionen

Auf der Investorenseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Bank of New York Mellon Corp reduzierte seinen UBS-Bestand im ersten Quartal um 3,6 Prozent und verkaufte 246.082 Aktien. Das Institut hält nun noch 6.502.710 UBS-Aktien im Wert von rund 254 Millionen US-Dollar, was einem Anteil von 0,21 Prozent entspricht. Andere Fondsgesellschaften bauten ihre Positionen dagegen aus: AQR Capital erhöhte seinen Bestand um 73,9 Prozent, Geneos Wealth Management um 62,0 Prozent und Mirae Asset um 18,6 Prozent. Auch NewEdge Advisors und Focus Partners Wealth stockten ihre UBS-Anteile im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich auf. Die gegenläufigen Bewegungen deuten darauf hin, dass unter institutionellen Investoren derzeit keine einheitliche Meinung zur weiteren Kursentwicklung herrscht.

UBS sieht Wandel am US-Anleihenmarkt, Gericht bestätigt Sanktionsfall

Neben der eigenen Kursentwicklung sorgte UBS zuletzt auch mit einer volkswirtschaftlichen Einschätzung für Aufmerksamkeit. In einer aktuellen Analyse geht die Bank davon aus, dass sich die Eigentümerstruktur bei US-Staatsanleihen zunehmend von den Notenbanken weg verschiebt. Wie ZeroHedge berichtet, ist der Bestand ausstehender US-Staatsschulden seit der Finanzkrise von 32 Prozent auf 91 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen – der Markt habe diese Verschiebungen laut UBS bislang mit nur geringen Auswirkungen auf die Renditen verarbeitet.

Auf juristischer Ebene bekam UBS derweil Rückendeckung vom Schweizer Bundesgericht. Wie die Weltwoche berichtet, bestätigte das Gericht, dass die Bank Vermögenswerte in Höhe von rund 10 Millionen US-Dollar sowie Aktien des Agrarkonzerns Ros Agro zu Recht blockiert. Hintergrund sind die seit März 2022 gegen den Oligarchen Wadim Moschkowitsch verhängten Sanktionen von EU, Schweiz und Großbritannien. Das Gericht bestätigte dabei die sogenannte Kontrollvermutung, wonach die betroffenen Vermögenswerte weiterhin dem sanktionierten Eigentümer zugerechnet werden.

Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 157,15 Milliarden Euro zählt UBS damit weiterhin zu den schwergewichtigen europäischen Finanzwerten – auch wenn die jüngste Kursschwäche zeigt, dass die positiven Analystensignale den Markt am Freitag nicht durchgängig überzeugen konnten.