UiPath hat eine psychologisch wichtige Hürde genommen. Der Spezialist für Büro-Automatisierung weist für das abgelaufene Quartal erstmals einen Nettogewinn nach GAAP-Standard aus. Während die Aktie heute um rund acht Prozent auf 10,88 Euro klettert, blicken Analysten skeptisch auf die Details der Bilanz.
Schwarze Zahlen und angehobene Prognose
Der Umsatz stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 17 Prozent auf 418,38 Millionen US-Dollar. Besonders der Sprung in die Gewinnzone überraschte: Einem Verlust von knapp 23 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum steht nun ein Überschuss von 22,53 Millionen US-Dollar gegenüber.
Das Management reagierte prompt und schraubte die Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben. Der Vorstand rechnet nun mit Erlösen zwischen 1,776 Milliarden und 1,781 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis soll bei rund 430 Millionen US-Dollar liegen.
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Analysten warnen vor KI-Kosten
Trotz der positiven Schlagzeilen bleiben Experten vorsichtig. Analysten von Oppenheimer verwiesen auf die massiven Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Diese Ausgaben könnten die Bruttomargen mittelfristig unter Druck setzen.
Parallel dazu sorgt die Dynamik bei den jährlich wiederkehrenden Umsätzen (ARR) für Diskussionen. Diese wuchsen zwar um 12 Prozent auf 1,901 Milliarden US-Dollar, zeigten im Vergleich zum Vorquartal jedoch eine Abschwächung. Die Bank of America hob ihr Kursziel zwar leicht auf 13 US-Dollar an, beließ die Einstufung aber auf „Underperform“. Als Grund nannten die Experten fehlende Beweise für eine echte Beschleunigung des Wachstums.
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Skepsis bei Großinvestoren
Einige institutionelle Anleger ziehen bereits Konsequenzen aus der unsicheren Wachstumsstory. Capital Impact Advisors veräußerte im ersten Quartal über 2,7 Millionen Anteile im Wert von rund 35 Millionen US-Dollar. Damit reduzierte der Fonds seine Position auf unter zwei Prozent des verwalteten Vermögens.
An der Börse wird der heutige Kurssprung vor allem als Erleichterung gewertet. Dennoch notiert das Papier seit Jahresbeginn noch immer fast 20 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 16,56 Euro bleibt mit über 30 Prozent beträchtlich.
Für UiPath geht es nun darum, den Übergang zu KI-gestützten Agenten-Tools zu meistern. Nur wenn die Plattform dauerhaft margenstarkes Abonnenten-Wachstum generiert, dürfte das Vertrauen der skeptischen Marktteilnehmer dauerhaft zurückkehren.
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