Ein unerwartet positiver Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten sorgt beim Energiekonzern Uniper für neuen Optimismus. Das Unternehmen hob am heutigen Dienstag seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 leicht an. Grund dafür ist ein deutlicher Anstieg der operativen Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Deutliches Plus beim operativen Ergebnis

In der ersten Jahreshälfte erzielte Uniper ein bereinigtes Kernbetriebsergebnis von 711 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte dieser Wert noch bei 379 Millionen Euro gelegen. Auch das bereinigte Nettoergebnis entwickelte sich positiv und erreichte zum Halbjahr 388 Millionen Euro.

Angesichts dieser Zahlen korrigierte die Konzernleitung die Erwartungen für das volle Geschäftsjahr nach oben. Das bereinigte Betriebsergebnis wird nun in einer Spanne zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro erwartet.

Zuvor war das Unternehmen am unteren Ende von einer Milliarde Euro ausgegangen. Bei der Untergrenze des bereinigten Nettoergebnisses zeigt sich Uniper ebenfalls zuversichtlicher: Hier liegt das Ziel nun bei mindestens 500 Millionen Euro, nachdem zuvor 350 Millionen Euro als Basis galten.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Das Papier legte heute um 6,71 Prozent zu und notiert bei 46,90 Euro. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit bereits um 43,21 Prozent zulegen.

Fokus auf Rechenzentren und Infrastruktur

Parallel zu den Geschäftszahlen konkretisierte Uniper Pläne für eine strategische Erweiterung des Portfolios. Der Konzern will das Geschäft mit der Infrastruktur für Rechenzentren deutlich ausbauen. Dabei geht es laut Reuters vor allem darum, geeignete Standorte zu identifizieren, die an Entwickler vermietet oder verkauft werden können. Erste Investitionsentscheidungen in diesem Segment sollen noch im laufenden Jahr fallen.

Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Transformationsstrategie. Erst Ende Juli hatte Uniper zudem einen langfristigen Vertrag mit dem kanadischen Unternehmen Ksi Lisims LNG über die Lieferung von Flüssigerdgas geschlossen. Die Vereinbarung sichert dem Konzern über einen Zeitraum von 20 Jahren den Bezug von kanadischem Erdgas für den europäischen Markt.

Bund treibt Verkaufsprozess voran

Auch die künftige Eigentümerstruktur bleibt ein zentrales Thema für Anleger. Medienberichten zufolge hat der Bund potenzielle Kaufinteressenten dazu aufgefordert, Gebote im laufenden Verkaufsprozess abzugeben. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass etwa zehn Bieter Interesse an Uniper signalisiert hatten.

Operativ sieht sich das Unternehmen für die kommenden Monate gut gerüstet. Trotz der aktuellen Hitzewelle erwartet Vorstandschef Michael Lewis keine Einschränkungen für die Stromerzeugung. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, seien die eigenen Kraftwerke von möglichem Niedrigwasser in den Flüssen derzeit nicht betroffen, sodass ein stabiler Betrieb gewährleistet bleibt.