Die Kassen sind prall gefüllt. Die Produktion läuft an. Dennoch verbucht Uranium Energy im abgelaufenen Quartal keinen einzigen Cent Umsatz. Das Management spielt auf Zeit und wettet auf steigende Uranpreise.
Wette auf den Spotmarkt
Der texanische Uranförderer sitzt auf 794 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Davon sind 488 Millionen Dollar reine Barreserven. Schulden hat das Unternehmen keine.
Das Kuriose an der Bilanz: Uranium Energy verkauft sein gefördertes Material nicht. Der Konzern hält strategische Reserven von rund 1,45 Millionen Pfund Uran. Das Management verzichtet komplett auf Preisabsicherungen. Das Ziel: maximale Gewinne bei anziehenden Spotpreisen.
Steigende Kosten bremsen
Operativ geht es voran. Die Anlage Burke Hollow in Texas hat die Produktion aufgenommen. Auf der Christensen Ranch in Wyoming förderte UEC zuletzt gut 32.000 Pfund Uran.
Allerdings stiegen die Produktionskosten auf 54,61 Dollar pro Pfund. Verzögerungen bei behördlichen Genehmigungen drückten die Fördermenge. Parallel dazu erhöhte der Bundesstaat Wyoming die Steuern auf abgebautes Uran. Für das vierte Geschäftsquartal rechnet der Vorstand wieder mit sinkenden Stückkosten. Neue Bohranlagen gehen dann in den Vollbetrieb.
Rückenwind aus Washington
Der Ausbau geht weiter. Das dritte Projekt namens Ludeman soll im Jahr 2027 starten. Die ersten Bohrprogramme sind bereits abgeschlossen.
Politische Unterstützung kommt direkt aus Washington. Das US-Energieministerium treibt den Aufbau einer heimischen Lieferkette für Kernbrennstoffe voran. Das Programm zielt auf eine sichere Versorgung bis zum Jahr 2033 ab. UEC profitiert als Betreiber der größten Uranressourcen in den USA direkt von diesem Vorstoß.
An der Börse sorgte der Quartalsbericht für einen harten Rückschlag. Die Aktie brach am Tag der Veröffentlichung um fast 16 Prozent ein. Am Freitag schloss das Papier bei 9,54 Euro. Das entspricht einem Abschlag von 45 Prozent zum 52-Wochen-Hoch.
Der Markt straft die fehlenden Einnahmen ab. Das Unternehmen baut seine Kapazitäten rasant aus und verfügt über ein massives Finanzpolster. Sobald UEC den Verkauf seiner Reserven startet, wird sich die ungesicherte Preisstrategie in den Büchern niederschlagen. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball der globalen Uranpreise.
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