Ein kräftiger Aufschwung im Aktienhandel hat den führenden US-Geldhäusern ein ertragreiches Sommerquartal beschert. Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Citigroup und Wells Fargo bauten ihre Einnahmen und Überschüsse im dritten Quartal aus. Steigende Renditen und ein uneinheitliches Handelsgeschäft dämpften jedoch mancherorts die Euphorie. Anleger reagierten an den Börsen zurückhaltend auf die Zahlenflut.
Besonders das New Yorker Traditionshaus Goldman Sachs profitierte von lebhaften Wertpapiermärkten. Die Erträge aus dem Aktiengeschäft legten um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Insgesamt kletterten die Konzernerlöse auf fast 18,7 Milliarden Dollar.
Experten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Unter dem Strich stand für Goldman Sachs ein Quartalsgewinn von 5,3 Milliarden Dollar — ein Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
JPMorgan enttäuscht Erwartungen knapp
Beim Branchenprimus JPMorgan fiel das Bild gemischter aus. Zwar wuchsen die Erträge um acht Prozent auf 50,9 Milliarden Dollar, während der Gewinn um sechs Prozent auf 15,3 Milliarden Dollar stieg. Analysten hatten sich im Vorfeld allerdings höhere Werte erhofft.
Während das Geschäft mit Aktien florierte, schwächelte bei JPMorgan der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Bankchef Jamie Dimon zeigte sich mit Blick auf den Zinsüberschuss dennoch zuversichtlich. Er hob die Prognose für das Gesamtjahr von 105,5 auf 106,2 Milliarden Dollar an. Er verwies auf solide Konsumausgaben, warnte jedoch vor hartnäckiger Inflation und geopolitischen Risiken.
Für das Frankfurter Bankenviertel sind die Handelserlöse der Wall-Street-Häuser ein wichtiger Gradmesser. Institute mit starkem Kapitalmarktgeschäft konkurrieren in denselben Geschäftsfeldern wie die US-Institute. Die Deutsche Bank legt ihren Bericht zum dritten Quartal am 28. Oktober vor, die Commerzbank folgt am 5. November.
Wells Fargo und Citigroup mit soliden Zuwächsen
Bei der Citigroup stiegen die Gesamterträge um knapp acht Prozent auf 23,85 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte um mehr als ein Drittel auf 5,2 Milliarden Dollar zu. Anders als JPMorgan punktete die Bank auch im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Devisen.
Wells Fargo wiederum stützte sich vor allem auf das klassische Kreditgeschäft. Die Erträge stiegen um zwei Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar, getrieben von einem höheren Zinsüberschuss. Das Institut erwirtschaftete einen Gewinn von knapp 6 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet Wells Fargo weiterhin unverändert mit einem Zinsüberschuss von rund 50 Milliarden Dollar.
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