Zwei Fronten, ein Kurs nahe dem Jahrestief. Valneva kämpft gegen eine Investorenklage und eine frische Abstufung durch Goldman Sachs — während die Zukunft des wichtigsten Pipeline-Projekts in der Schwebe hängt.
Lyme-Impfstoff verfehlt primären Endpunkt
Der Auslöser liegt im März. Am 23. März 2026 veröffentlichten Valneva und Partner Pfizer die Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studie VALOR für den Lyme-Impfstoffkandidaten LB6V. Das Ergebnis: Der Impfstoff verfehlte den primären Endpunkt — die Krankheitsinzidenz war zu niedrig für einen statistisch eindeutigen Nachweis. Die Aktie verlor daraufhin über 37 Prozent auf einen Schlag.
Seither läuft eine Untersuchung der US-Kanzlei Pomerantz LLP. Sie prüft, ob Valneva und bestimmte Führungskräfte Anleger möglicherweise über Erfolgsaussichten der Studie getäuscht haben. Konkrete Klagen liegen noch nicht vor, der rechtliche Druck bleibt aber präsent.
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Goldman stuft ab, Kurs fällt auf Jahrestief
Die Abstufung durch Goldman Sachs von „Neutral“ auf „Sell“ hat den Kurs weiter gedrückt. Goldman verwies auf eine schwierige Perspektive nach mehreren Rückschlägen — darunter der Rückzug des Reiseimpfstoffs Ixchiq und das VALOR-Ergebnis. Die Aktie notiert aktuell bei 2,40 Euro und liegt damit rund 53 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,16 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 37 Prozent.
Die Zahlen spiegeln die operative Lage wider. Valneva schreibt auf Bruttoebene rote Zahlen — die Bruttomarge liegt im negativen Bereich, der EBITDA-Verlust der vergangenen zwölf Monate beläuft sich auf 76 Millionen Dollar.
Gespaltenes Analysten-Lager
Nicht alle sehen das so düster. Jefferies hält an einem Kursziel von 15,00 Dollar fest und bewertet die Aktie weiter mit „Buy“. Guggenheim setzte ein Kursziel von 11,00 Dollar. Das Konsens-Rating liegt laut MarketBeat bei „Hold“, das mittlere Kursziel bei 11,98 Dollar — weit über dem aktuellen Kurs.
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Der Grund für den Optimismus: Die klinischen Daten sind nicht eindeutig negativ. In der modifizierten Intention-to-treat-Analyse erreichte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 74,8 Prozent mit statistischer Signifikanz. Pfizer hält am Programm fest. Zulassungsanträge in den USA und Europa sollen noch in diesem Jahr eingereicht werden.
Für Valneva steckt in einer Zulassung erhebliches Potenzial: 143 Millionen Dollar an Meilensteinzahlungen bei Genehmigung, Lizenzgebühren zwischen 14 und 22 Prozent sowie weitere mögliche Zahlungen von bis zu 100 Millionen Dollar.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Bis zur Zulassungsentscheidung muss das Unternehmen mit seinem vermarkteten Portfolio überleben. Guggenheim erwartet für das erste Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 49,1 Millionen Euro — über dem FactSet-Konsens von 45,1 Millionen Euro. Am 7. Mai legt Valneva seine Quartalszahlen vor. Der Markt wird genau prüfen, ob Ixiaro und Dukoral stabil genug laufen, um die Zeit bis zur Zulassungsentscheidung zu überbrücken.
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