Valneva bereitet sich auf eine schwierige Bilanz vor. Im August veröffentlicht der Impfstoffspezialist seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Nach einem turbulenten Start ins Jahr schauen Investoren nun besonders kritisch auf die Bücher.
Analysten erwarten für das abgelaufene Quartal einen deutlichen Dämpfer. Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorjahr um fast 22 Prozent sinken. Experten rechnen mit Erlösen von etwa 37,7 Millionen Euro.
Parallel dazu steht ein Verlust je Aktie von 0,081 Euro im Raum. Diese Prognosen spiegeln die operativen Hürden der vergangenen Monate wider.
Schwere Last durch US-Rückzug
Ein Hauptgrund für die angespannte Lage ist die Entwicklung in Nordamerika. Valneva nahm den Zulassungsantrag für den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ freiwillig zurück. Zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA die Lizenz wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt.
Zwar erhielt das Vakzin im Mai eine Produktionsfreigabe in Brasilien. Der fehlende Zugang zum lukrativen US-Markt bremst das Wachstum der Franzosen jedoch massiv.
Hoffnungsträger Borreliose
Die Zukunft hängt nun maßgeblich an der weiteren Pipeline. Im Mittelpunkt steht der Borreliose-Impfstoffkandidat VLA15, den Valneva gemeinsam mit Pfizer entwickelt.
Nach den Phase-3-Ergebnissen bereiten die Partner die formalen Zulassungsanträge vor. Trotz komplexer Studiendaten bleibt dieses Projekt der wichtigste Treiber für eine mögliche Erholung.
An der Börse zeigt die Aktie derweil zaghafte Lebenszeichen. Der Kurs von 2,19 Euro kreuzte zuletzt den kurzfristigen Durchschnitt der vergangenen 20 Tage. Dennoch bleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Minus von gut 41 Prozent tiefrot.
Die kommenden Wochen werden richtungsweisend. Im August muss das Management erklären, wie es die Kosten senken will. Ferner entscheidet der Erfolg der Vermarktung in Europa und Brasilien über die finanzielle Stabilität für das restliche Jahr.
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