Valneva wirbt auf Investorenkonferenzen um Vertrauen — während die eigene Aktie mehr als 40 Prozent ihres Werts seit Jahresbeginn verloren hat. Der Impfstoffhersteller steckt mitten in einem Stellenabbau, kämpft gegen steigende Verluste und muss gleichzeitig seine Investmentstory verteidigen. Eine schwierige Kombination.

Roadshow unter Druck

Das Management nimmt heute am virtuellen Oddo BHF Nextcap Forum teil. Am 24. Juni folgt die BNP Paribas SMID Cap Conference in Paris. Diese Auftritte sind kein Zufall: Valneva will institutionellen Investoren in Europa und den USA erklären, wo das Unternehmen steht — und wohin es will.

Der Kontext ist alles andere als komfortabel. Im ersten Quartal 2026 meldete Valneva einen Nettoverlust von 32,1 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 9,2 Millionen Euro. Als Reaktion läuft ein Restrukturierungsprogramm: Stellenabbau, Kostensenkungen an allen globalen Standorten.

Technisch tief im Minus

Die Aktie notiert bei 2,27 Euro — nur rund sechs Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 2,13 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 3,70 Euro, also fast 39 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 38,1 zeigt anhaltenden Verkaufsdruck, ohne dass die Aktie technisch als überverkauft gilt.

Die Volatilität liegt annualisiert bei knapp 60 Prozent. Kein Wunder, dass institutionelle Investoren genau hinschauen, bevor sie einsteigen.

Kasse und Hauptversammlung

Auf der Habenseite: Ende März verfügte Valneva über 105,3 Millionen Euro Liquidität. Im April kam eine Kapitalerhöhung über 84 Millionen Euro hinzu, die die Bilanz stabilisieren soll.

Am 25. Juni findet die Hauptversammlung in Lyon statt. Aktionäre haben bereits die Beschlussvorlagen erhalten. Auf der Agenda dürfte vor allem das Lyme-Borreliose-Programm stehen — Valnevas wichtigster langfristiger Hoffnungsträger. Wie schnell das Unternehmen den Weg in die Profitabilität findet, werden die Aktionäre dort direkt einfordern.