Die Aktie von Valneva legte am Mittwoch kräftig zu und notierte im nachbörslichen Handel bei 9,15 Dollar – ein Plus von 4,69 Prozent. Gleich zwei Meldungen sorgten für Rückenwind: Zum einen präsentierte das Unternehmen vielversprechende Phase-2-Daten zu seinem Lyme-Borreliose-Impfstoff VLA15, zum anderen kündigte der Konzern eine strategische Neuaufstellung seiner französischen Standorte an.

Die am 26. November 2025 veröffentlichten Studienergebnisse zeigen sechs Monate nach der dritten Auffrischungsdosis eine starke Immunantwort über alle Altersgruppen hinweg. Das Sicherheitsprofil blieb dabei günstig – ein entscheidender Punkt für die weitere Entwicklung. Das unabhängige Datenüberwachungskomitee identifizierte keinerlei Sicherheitsbedenken in den verschiedenen Impfgruppen.

Pfizer-Partnerschaft als Trumpfkarte

Besonders bemerkenswert: VLA15 ist derzeit der am weitesten fortgeschrittene Impfstoffkandidat gegen Lyme-Borreliose in der klinischen Entwicklung. Seit April 2020 kooperiert Valneva bei diesem Projekt mit dem Pharmariesen Pfizer. Die entscheidende Phase-3-Studie VALOR ist bereits abgeschlossen – alle Impfungen wurden verabreicht.

Die neuen Daten untermauern das geplante Impfschema: drei Grundimmunisierungen gefolgt von einer jährlichen Auffrischung vor Beginn der Zeckensaison. Ein Vakzin gegen Lyme-Borreliose ist bislang nicht auf dem Markt zugelassen. Angesichts steigender Fallzahlen in Nordamerika und Europa könnte hier ein Milliardenmarkt winken.

Lyon wird zum französischen Zentrum

Parallel dazu strukturiert Valneva seine Präsenz in Frankreich grundlegend um. Der Standort Nantes, der sowohl operative als auch präklinische Forschungsaktivitäten beherbergt, wird geschlossen. Stattdessen konzentriert das Unternehmen alle französischen Aktivitäten auf Lyon – die Stadt, in der Valneva ursprünglich gegründet wurde.

Lyon gilt international als führender Impfstoff-Hub mit Schwergewichten wie Sanofi Pasteur und der Mérieux-Gruppe vor Ort. Die gesamte Forschung und Entwicklung wird künftig am Wiener Standort gebündelt. Auch der offizielle Firmensitz wandert zurück nach Lyon, während die Notierung an der Euronext Paris bestehen bleibt.

Kann diese Doppelstrategie aus Pipeline-Fortschritt und operativer Straffung den lange schwächelnden Kurs nachhaltig stabilisieren? Die Anleger scheinen zunächst überzeugt.