Valneva nutzt die Bühne der Reisemedizin, während der Druck im Tagesgeschäft steigt. Auf der NECTM10 in Belfast präsentiert der Impfstoffspezialist vom 3. bis 5. Juni seine Reiseimpfstoffe — und hält zugleich die Aufmerksamkeit auf den wichtigsten Pipeline-Kandidaten: den Lyme-Borreliose-Impfstoff LB6V.
Die Botschaft ist klar. Valneva will bei Ärzten, Apothekern und Reisemedizinern sichtbar bleiben, während schwächere Nachfrage nach Reiseimpfstoffen die Prognose belastet. Kein Wunder, dass der Auftritt mehr ist als reine Fachmesse.
Medizinische Bühne in Belfast
Valneva tritt bei der Northern European Conference on Travel Medicine als Gold Sponsor und Aussteller auf. Das Unternehmen unterstützt außerdem ein Symposium zu durch Mücken übertragenen Krankheiten. Der Fokus liegt auf praktischen Erfahrungen: vom Infektionsrisiko bis zum Schutz von Reisenden.
Die Konferenz findet alle zwei Jahre statt und bringt je Ausgabe rund 500 bis 1.000 Fachleute zusammen. Dazu zählen Pflegekräfte, Ärzte und Apotheker aus Reisemedizin, Infektionskrankheiten, Migrantengesundheit und Epidemiologie.
Für Valneva ist das ein passendes Umfeld. Die Gruppe verkauft bereits Reiseimpfstoffe und kann dort direkt jene Berufsgruppen erreichen, die Impfentscheidungen im Alltag mitprägen.
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Juni-Offensive bei Investoren
Der Belfast-Termin ist nur ein Teil eines breiteren Kommunikationsprogramms. Am 28. Mai 2026 kündigte Valneva an, dass das Management im Juni 2026 auf mehreren Gesundheits- und Nebenwerte-Konferenzen in den USA und Europa auftreten wird.
Geplant sind Präsentationen und Einzelgespräche unter anderem bei der Jefferies Global Healthcare Conference in New York, dem virtuellen Oddo BHF Nextcap Forum und der SMID-Cap-Konferenz von BNP Paribas in Paris. Damit adressiert Valneva zwei Zielgruppen parallel: medizinische Fachkreise und institutionelle Investoren.
Im Mittelpunkt steht neben den bestehenden Impfstoffen vor allem LB6V, früher VLA15. Der Kandidat gilt als weltweit führender Impfstoff gegen Lyme-Borreliose und wird gemeinsam mit Pfizer entwickelt.
Pfizer meldete bereits Topline-Daten aus der Phase-3-Studie mit starker Wirksamkeit und ohne erkennbare Sicherheitsbedenken. Der Partner bereitet Einreichungen bei den Zulassungsbehörden vor.
LB6V zeigte eine Wirksamkeit von mehr als 70 Prozent bei Personen ab fünf Jahren. Der Impfstoffkandidat wurde gut vertragen; Sicherheitsbedenken wurden nicht festgestellt.
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Prognose gekürzt, Kosten runter
Der operative Hintergrund bleibt angespannt. Valneva senkte die Prognose für den Produktumsatz auf 135 bis 150 Mio. Euro. Zuvor lag die Spanne jeweils um zehn Millionen Euro höher.
Als Grund nennt das Unternehmen eine schwächere Entwicklung bei Reiseimpfstoffen in wichtigen Märkten, beeinflusst durch geopolitische Faktoren. Die übrigen Erlöse wurden bestätigt. Für den Gesamtumsatz erwartet Valneva nun 145 bis 160 Mio. Euro.
Parallel dazu verschärft das Unternehmen den Sparkurs. Valneva plant eine weitere Restrukturierung und will die weltweite Belegschaft um 10 bis 15 Prozent reduzieren.
Die Maßnahmen sollen die operativen Ausgaben im laufenden Jahr um rund 25 bis 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr senken. Das verschafft Luft, ändert aber nichts am Kernpunkt: Der kommerzielle Hebel liegt derzeit stark auf der künftigen Zulassung und Vermarktung des Lyme-Borreliose-Impfstoffs.
Valneva peilt nachhaltige Profitabilität ab 2027 an, abhängig von der erfolgreichen Zulassung und Kommerzialisierung von LB6V. Kurzfristig stehen damit zwei Entwicklungen nebeneinander: ein schwächeres Reiseimpfstoffgeschäft und ein möglicher regulatorischer Meilenstein mit Pfizer.
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