Ein vielversprechender Impfstoff schützt Patienten, verfehlt aber die strengen statistischen Vorgaben der Zulassungsbehörden. Genau dieses paradoxe Szenario durchlebt Valneva aktuell mit seinem Borreliose-Kandidaten VLA15. Die Folge sind nicht nur verunsicherte Investoren, sondern auch US-Kanzleien, die das Biotech-Unternehmen nun ins Visier nehmen.
Die Krux mit der Statistik
In der entscheidenden Phase-3-Studie (VALOR) zeigte der Impfstoffkandidat eigentlich eine solide Schutzwirkung von 73,2 Prozent gegen bestätigte Borreliose-Fälle. Das Problem liegt im statistischen Detail: Die untere Grenze des Konfidenzintervalls erreichte lediglich 15,8 Prozent und verfehlte damit die vorgegebene Schwelle von 20 Prozent für einen formalen Erfolg. Valneva und Partner Pfizer führen diesen Fehlschlag nicht auf eine mangelnde medizinische Relevanz zurück. Vielmehr traten während des Studienzeitraums schlichtweg weniger Infektionen auf als ursprünglich kalkuliert.
Juristischer Druck wächst
Der Markt reagierte auf diese Unsicherheit bezüglich des weiteren Zulassungszeitplans mit massiven Verkäufen. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier über 43 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 2,70 Euro. Diese Talfahrt ruft nun amerikanische Anwaltskanzleien auf den Plan. Nach Pomerantz hat diese Woche auch Bronstein, Gewirtz & Grossman eine Untersuchung eingeleitet. Geklärt werden soll, ob das Management im Vorfeld irreführende Angaben zu den Studienerwartungen gemacht hat.
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Finanzielles Polster federt ab
Trotz der juristischen Störfeuer halten institutionelle Investoren wie Frazier Life Sciences an ihren Positionen fest. Insgesamt liegen noch rund elf Prozent der Aktien in den Händen von Großanlegern und Hedgefonds. Finanziell sieht sich das Unternehmen mit Barreserven von knapp 110 Millionen Euro zum Jahresende 2025 vorerst gerüstet, zumal der operative Mittelabfluss zuletzt um 21 Prozent gesenkt werden konnte.
Am 15. April 2026 wird das Management auf der Van Lanschot Kempen Life Sciences Conference auftreten. Dort steht die Präsentation der angepassten Zulassungsstrategie für das Borreliose-Programm auf der Agenda, ebenso wie ein Update zur laufenden Kommerzialisierung des Chikungunya-Impfstoffs IXCHIQ.
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